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Palästina · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die archäologische Erforschung Palästinas
Date
1911-01-01
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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Die Stadt Jerusalem steht auf einem Kalkfelsen von der Form einer Landzunge. Sie ist auf beiden Seiten von tief eingeschnittenen Schluchten eingefaßt Ost- und Nordseite trennt das Kidrontal vom Oelberg. Das Hinnomtal beginnt im Westen in flacher Mulde, um sich dann in steilen Ufern zu vertiefen. Es läuft nach Süden parallel mit der Westmauer, biegt nach Osten um und vereinigt sich mit dem Kidrontal an der sogenannten Walkerquelle. Zwischen diesen beiden Tälern liegt die Stadt. Ihre Form hat im Laufe der Zeit viele Veränderungen durch Ansammlung von Felstrümmern und Schuttmassen erlitten. Eine abfallende Schlucht teilt das oben erwähnte Plateau nochmals in zwei Teile. Der westliche und breitere Teil, wo man früher Zion vermutete, liegt ca. 20 Meter höher als der östliche Teil, den man als „Moriah" zu bezeichnen pflegte und der steile Abfälle hat. Diese Trennung von Ostteil und Westteil ist schon bei Josephus als „Tyropöon"-Tal erwähnt. Heute ist es nur noch als eine ganz flache Vertiefung zu erkennen, da es vollständig mit Schuttmassen ausg.- füllt ist. Der westlicheTeil zerfiel wieder in zweiTeile, der östliche in drei Teile, welch letztere auch verschiedene Höhenlagen zueinander hatten. Der südliche lag am tiefsten. Der mittlere dieser drei Teile wird als der eigentliche Tempelplatz bezeichnet. Die Feststellung dieser drei Teile ist den Ausgrabungen der Deutschen Palästina-Gesellschaft zu verdanken. Man hat durch diese Forschungen auch die Ueberzeugung gewonnen, daß die Namen Moriah und Zion den gleichen Ortshügel bezeichnen. Auf dem Osthügel sind auch die Paläste von Salomo und die alte Davidsstadt zu suchen. Trotz der sorgfältigen Bodenuntersuchung hat man Spuren dieser Bauten nicht mehr gefunden. Die Grabungen haben nur ermittelt daß der Osthügel ein schmaler Arm des Hochplateaus war. Die mittelste seiner oben erwähnten drei Abteilungen ist die einzige, die eine nahezu ebene Fläche aufweist und ausgedehnter ist als die beiden anderen. Diese Ebene kann auch künstlich hergestellt sein. 120 Fuß breit und 330 Fuß lang, hat sie zu einer sehr ausgedehnten Bauanlage keinen Platz geboten. An allen anderen Seiten des Hügels aber würden ganz bedeutende Unterbauten notwendig gewesen sein, um eine ebene Baufläche für einen größeren Bau zu schaffen. Man nimmt deshalb an, daß sich die Bauanlage den ungünstigen Bodenverhältnissen möglichst angepaßt hat und daß der Palast Salomos südöstlich vom Tempel lag und in der Nordwestecke die alte Burg Antonia. Für diese örtlichen Verhältnisse sprechen auch einige Bibelstellen. Aus den Wasserverhältnissen hat man gleichfalls geschlossen, daß die alte Jebusiterfestung und die Stadt Davids auf dem Osthügel gelegen haben müssen, weil der Westhügel einen großen Teil des Jahres wasserlos 60

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