Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die archäologische Erforschung Palästinas
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
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des östlich gelegenen Landes bis zum Hauran, einem heute noch sehr schwer zugänglichem Gebiete. Die von der Deutschen Palästina-Gesellschaft im Jahre 1889 herausgegebene Karte über das Ost-Jordanland gibt ein sehr gutes geographisches und geologisches Bild jener Gegenden und verrät, wie stark vulkanisch der Charakter jener Gegenden ist. Auch das Land zwischen Jarmuk und Jabbok ist inzwischen aufgenommen worden, und die Arbeiten werden fortgesetzt, um eine genaue Kenntnis von Palästina zu beiden Seiten des Jordans, vom Libanon bis zum Toten Meer, zu haben. Die archäologische Erforschung des Landes schreitet nicht in gleichem Maße wie die geographische und topographische fort. Ich werde Ihnen eine Uebersicht geben über das, was im Lande gefunden wurde. Lassen Sie uns zuerst bei dem Mittelpunkt des allgemeinen Interesses bei Jerusalem — verweilen. Gerade der Erforschung Jerusalems sind große Schwierigkeiten gesetzt. Es ist häufiger als andere Städte erobert und zerstört worden, und was Menschenhand übrig ließ, vollendeten die Naturgewalten. Auf den Trümmern der alten Stadt erhob sich immer wieder eine neue. An manchen Stellen haben die Schuttschichten eine bedeutende Tiefe, und man müßte außerordentlich tief graben, um die einzelnen Schichten zu erkennen und bis auf den Urboden der ersten Anlage zu kommen. Es erhebt sich aber heute eine moderne Stadt über diesen Trümmern, und ohne weiteres können Grabungen in einer solchen nicht ausgeführt werden, weil wirtschaftliche Interessen dadurch zu stark berührt würden. Andererseits hat bisher der religiöse Fanatismus der mohammedanischen Bevölkerung es nicht zugelassen, daß solche Arbeiten in großem Maßstabe auf den heiligen Stätten, besonders auf dem Tempelplatze, ausgeführt wurden. Man mußte sich darauf beschränken, gelegentlich von Häuserbauten und Ausführung von Zisternen and dergleichen Bauarbeiten Entdeckungen zu machen. Alle diese Gelegenheiten hat der in Jerusalem ansässige Baurat Schick (f) mit dankenswerter Aufmerksamkeit währgenommen und sehr viel wertvolles Material auf diese' Weise gesammelt 1 In neuerer Zeit erwiesen sich die türkische Regierung und der mohammedanische Fanatismus entgegenkommender, und die englische und deutsche Palästina-Gesellschaft haben sich dies zunutze gemacht und an einigen Stellen Grabungen ausgeführt. Die Mittel, über die sie verfügen, sind aber viel zu beschränkt, um diese gewaltige Aufgabe volkommen durchzuführen. Das Resultat der bisherigen Arbeiten ist ungefähr dieses: Man glaubt annehmen zu dürfen, daß der Tempel Salomos auf dem Osthügel an der Stelle der heutigen Omar- Moschee stand, und glaubt sich zu dieser Annahme durch Folgendes berechtigt: 59