Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Palästinensisch-jüdische Archäologie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 2)
- Language
- German
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kommunizierende Höhlen, der Andere als zwei übereinander gelegene Höhlen vor. Beides ist natürlich leicht möglich und kam gewiss häufig vot. Die Höhle der Sidonier erwähnt bereits die Bibel (Jos. 13,4), und so berichten auch die Rabbinen, dass zwischen Tyrus und Sidon die Höhlen und andere Bauten eine fortlaufende Verbindung herstellten. Das gleiche war der Fall zwischen Tiberias und Sepphoris. Um Tibenas herum hat es noch ausserdem Grotten gegeben. Ebenso wie die Höhle bietet sich dem schlichten Landmann auch die Hütte leicht dar. Busch- und Laubwerk ist selbst in Ländern mit spärlicher Vegetation reichlich vorhanden: ist es nicht gerade dort, wo man es braucht, trägt der Landmann die Zweige selber zusammen und verflicht sie zur Laube. In Palästina ist natürliches Laubwerk etwas allgemeines, und ganze Täler waren wie vom Laub überdeckt. Doch sind es zumeist künstlich erbaute Hütten, von denen hier gesprochen werden kann. Solche Bauten sind wieder ebensoleicht abgebrochen, und es ist begreiflich, dass, im Gegensätze zur Höhle, Beispiele dieser Bauten in natura uns fehlen Dem Umstand jedoch, dass die Laubhütte des Herbstfestes im jüdischen Leben eine wichtige Rolle spielt, verschafft uns die Beschreifbung Philos und die minutiösen Bestimmungen im Talmud. Diese „Festhütte" (Sukkath Hechog) nun durfte nicht über 20 Ellen (8.8 m) hoch und unter 10 Tefachim (74 cm) niedrig sein; als Grund hierfür wird angegeben, dass sie bei einem höheren Bau den Charakter einer provisorischen Konstruktion verlöre, während bei weniger als 10 T. Höfe der Aufenthalt in ihr unmöglich wäre, da die Bestimmung galt, dass sie Raum für den Kiopf, den grösseren Teil des Körpers und den Tisch des Inwohners bieten müsse. Es gehören noch in die Hütte Trfink- und Speisegeräte und Leuchter, wie auch allerlei beliebiger von dem Dache herunterhängender Schmuck. Das Dach oder die Decke ist nämlich das Wesentliche an der Laubhütte; die Wände sind ziemlich belanglos, doch soll es deren wenigstens drei geben, in der Weise, dass von der dritten wenigstens ein Ansatz da ist. Man fordert eine Festigkeit, die beim Windsturme standhält; in einem konkreten Falle, bei einer Hütte, die auf dem Schiffe im brausenden Meere erbaut war, war das nicht zu erreichen. Die Festigkeit vor dem Winde muss in der Tat die erste Sorge des Hüttenbewohners bilden. Nächstdem kam es hauptsächlich darauf an, dass die Hütte vor der Sonne Schatten biete, und so sollte die Decke mindestens so dicht sein, dass der Schatten den Sonnenschein überwiege; rührt doch der hebräische Name Sukka eben von der schützenden, bergende^ und schattenspendenden Bestimmung der Decke her. Damit hängt zusammen, dass als Bedachung zunächst nur JLaub, für alle Fälle aber vom Boden losgelöste 226