Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Palästinensisch-jüdische Archäologie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 3)
- Language
- German
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Pflanzenstoffe verwendet werden; für profane Zwecke wird man gerade lebende Pflanzen, Weinstock, Kürbis, Hedera und sonstige rankende Pflanzen bevorzugt haben. Zu Nehemias Zeiten holte sich das Volk zu diesem Zwecke Oelbaum-, Myrten-, Palm- und sonstiges Laub vom Gebirge. Diese Hütten errichtete jeder auf seinem Dache und auf seinem Hofe und auf freien Plätzen in der Stadt. Aehnlich war es wohl in der Makkabäerzeit, und bei der Heiligkeit des Brauches und dem konstanten Charfäkter des Landes dürfen wir all diese Gebräuche als Norm ansehen, die sich auch in profaner Beziehung bewährt. Geschäftsleute, die auch während des Festes an ihre Läden gebunden waren, schlugen ihre Hütten am Eingange ihiier Buden auf, und da wird der enge Raum die grössere Entfaltung des Hüttenbaues gewiss verhindert haben. Reiche Leute werden aber, noch mehr als ihr Wohnhaus, dieses ihr Festhaus verschiedentlich ausgestaltet haben, wie denn die Königin Helene von Adiabene eine Festhütte in Jerusalem hatte, in der sich besondere Frauengemächer befanden. Hütten zu profanen Zwecken waren natürlich viel einfacher. Vier Spitzpfähle mit einem Laubdach darüber bildeten die Hütte. Namentlich in Weinbergen, von denen wahrscheinlich das Wohnen in der Hütte und das Hüttenfest der Israeliten überhaupt ausging, wurden solche leichte Bauten häufig aufgeführt IDer Bestimmung nach unterschied man: 1. Gewöhnliche] Hütten, wie sie die Heiden hatten und die jahraus jahrein zu Wohnungen dienten. 2. Solche für Frauen. 3. Solche fürs Vieh. 4. Solche der Samaritaner, wobei wohl deren Festhütten gemeint sind. 5. Hütten der Hirten. 6. Hütten der Oebstler (w. u.). 7. Hütten der Wachmannschaft. 8. Hütten der Getreide- und Obsthüter*.' 9. Hütten der Töpfer (w. u.). Dem Orte nach werden erwähnt: 1. Hütten am Genesarethsee, 2. Hütten von Sodom. Das hebräische „Hütte" scheint manchmal den Sinn von „Zelt" zu haben; nicht zwar I. Kön. 20,12. 16, IL Sam. 11,11 (in Stade-Siegfrieds Wb.), wohl aber Ps. 76,3 verglichen mit II. Sam. 7,2, und dieser Sprachgebrauch setzt sich im Nhb. fort, da z. B. bei der „Hütte der Töpfer" nicht gerade an eine Laube, sondern an irgend ein Zelt gedacht werden muss. AUS DEN HAUPTSTÄDTEN Jerusalem. Adressen - und Interessenstreit. Ein für jedermann sonst, nur nicht für die nächst Beteiligten, ergötzlicher Streit, besteht seit länger zwischen dem alten und dem neuen „Moschab-Sekonim.'' (Greisenasyl),. 227