Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Pekiín und seine Juden
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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zu importieren, das vorhandene gute auszunutzen, was übrigens nicht nur auf die Peki'iner Juden, sondern auch auf die mesopotamischen und noch andere Bezug hat, die viel eher als die europäischen zum Ackerbau geeignet sind. Beinahe habe ich vergessen zu sagen, dass der Lehrer, der zugleich auch Schächter und Vorbeter ist und in Peki'in seit 40 Jahren wohnt, von der Jewisch Colonisation Association eine jährliche Unterstützung in der Höhe von 150 Franken bezieht, aber das ist auch alles, was für die dortige Gemeinde getan wird. Als ich mich mit einem einflussreichen Herrn darüber beriet, ob es sich lohne, nach Peki'in zu gehen, da ich nicht sicher war, dort noch genug Juden als Material zum Messen zu finden, bekam ich die drastische Antwort: „Sie schnorren, also existieren sie." Als ich aber die Peki'iner Juden an Ort und Stelle aufgesucht hatte, wusste ich nicht, wer mehr zu bedauern war, der Beamte, der mir die obige Antwort gegeben hatte, oder die armen Leute, die seiner Obhut anvertraut waren. Und doch wäre die Hilfe, um die die Leute bitten, so leicht zu gewähren, denn in der Umgegend von Peki'in ist Land noch verhältnismässig billig zu haben. So wurde ich auf ein 1300 Dunam betragendes Stück Land aufmerksam gemacht, das nur eine halbe Stunde vom Orte entfernt liegt. Da der Ort, worauf ich oben hingewiesen habe, sich zu einem Kurorte zu entwickeln anfängt, hätten die Peki'iner Juden in ihren Tiberienser Glaubensgenossen willige Abnehmer ihrer landwirtschaftlichen Produkte gefunden, was nicht wenig zur Hebung ihres Wohlstandes beigetragen hätte. Wir wollen, hoffen, dass diese in vieler Beziehung hochinteressante, jetzt leiden am Bettelstabe stehende jüdische Gemeinde bald wieder aufblühen wird. Als indir-ekter Beweis dafür, dass in Peki'in noch vor kurzem bedeutend mehr Juden wohnten, dient die geräumige, vor etwa 35 Jahren mit fremder Unterstützung erbaute Synagoge. Ausserdem hat die kleine Gemeinde ihr eigenes Bad, einen Ofen zur Mazzahbereitung und einen grossen Friedhof. Es wäre also wirklich schade, wenn diese seit altersher eingerichtete Gemeinde eingehen sollte. Ausser den Juden zählt Peki'in noch etwa 400 Drusen und 250 christliche Araber, für die Russland eine Schule eingerichtet hat. Politik scheint also wirklich eine gute Sache zu sein, und wenn auch nicht immer für eigene Landsleute, so doch wenigstens für Fremde. Ich habe aber sehr wenig von Kulturqinwirkung der Schule auf die Dorfbewohner bemerkt, wenn ich ihr nicht den Sandhaufen, den man mir über den Zaun in den Tee streute, zuschreiben soll. Die russisch beeinflussten Kerle schienen in mir gleich einen russischen Juden erkannt 223