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Palästina · 1909-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 200

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 9-10
Article
Pekiín und seine Juden
Date
1909-01-01
Page
Seite 200 (sequence 3)
Language
German
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ihm Tiberias wegen seines warmen und trockenen Klimas als Aufenthaltsort empfohlen wurde. Sein Zustand besserte sich bedeutend, und da es im Sommer in Tiberias sehr heiss wird, wurde er auf Peki'in aufmerksam gemacht, dessen mildes und gesundem Klima ihm von einigen Flüchtlingen, die dort während der vor einigen Jahren in Tiberias grassierenden Choleraepidemle Zuflucht gesucht haben, hoch gepriesen wurde. Und wirklich fand ich seinen Zustand sehr befriedigend, und er selbst fühlte sich so wiederhergestellt, dass er an eine Rückkehr nach Russland dachte. In einer äusserst fruchtbaren und wasserreichen Ebene gelegen, ringsum von Bergen, die ihn gegen jeden Wind schützen, umgeben, ist der Ort bei seiner hohen Lage zur Sommerfrische wie geschaffen, und diese Eigenschaft wird, seitdem sie von den dort eine Zufluchtsstätte gegen die Cholera (von der Peki'in übrigens freigeblieben ist) Suchenden entdeckt wurde, auch gehörig ausgenutzt. Der Zuzug der Fremden wird noch durch die äusserst billigen Preise begünstigt. So zahlte der Schächter nur 4M. monatlich für sein geräumiges Zimmer. Während des Sommers soll Peki'in von etwa 50 bis 60 Familien aus Tiberias zur Erholung aufgesucht werden, und noch im Oktober fand ich dort mehrere! Familien, die mir den Ort als nerven- und gesundheitsstärkend ausserordentlich lobten, darunter auch die Familie des verehrten Rabbiners Baruch Tolidano aus Tiberias, der in zuvorkommendster Weise mir als Dolmetscher diente, mich in die Lebensweise und Verhältnisse der dortigen Juden einweihte, mir die historisch bemerkenswerten Stätten zeigte, und die dazu gehörigen Legenden erzählte, wofür ihm auch an dieser Stelle mein Dank ausgesprochen sei. Nach der Verwüstung Judäas durch die römischen Legionen scheinen viele Juden in den entlegensten Schlupfwinkeln Obergaliläas eine Zufluchtsstätte gefunden zu haben, denn dieses Gebiet ist von Städteruinen, die von der jetzigen! Bevölkerung den Juden zugeschrieben werden, sowie von Ruinen als solcher erkannter jüdischer Tempel1) aus den ersten christlichen Jahrhunderten förmlich übersät So haben wir auch in der nächsten Nähe von Peki'in einige Rumenplätze, von denen verschiedene Legenden erzählt werden, und von denen einer, etwa eine halbe Stunde vom Dorfe entfernt und Ras'abad genannt, direkt auf die Juden zurückgeführt wird. Von anderen sind zu erwähnen: Rochazin, Saleh und Se'adeh. Ras'abad stellt ein grosses, wohl der Untersuchung wertes Ruinenfeld dar, in dessen Mitte eine Säule steht und an dessen einem' Ende eine Höhle, die in die Hölle führen soll, sich befindet. Viel wichtiger aber als diese einstweilen noch nicht er-!) Mitt. d. Deutschen Orient.-Ges., Mai 1905. 200

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