Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1909-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 196

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 9-10
Article
Dr. Paul Nathan an Jakob H. Schiff in New York
Date
1909-01-01
Page
Seite 196 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2379786-2379815-2379824-2382659--02636-2382702
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Unterricht gut vorbereitet wäre, um als brauchbare Handwerker, an denen es im Orient überaus fehlt, sich ihr Brot zu verdienen. Das Technikum wäre alsdann nach dem bewährten Vorbilde der Techniken in den Kulturländern einzurichten. Als Sprachunterricht würde an dem Technikum noch das Türkische hinzukommen, um die ausgebildeten Techniker für den türkischen Staatsdienst geeignet zu machen, sowie das Englische, um ihnen ihr Fortkommen in Aegypten zu erleichtern, während das Deutsche für sie von Nutzen wäre als Angestellte der mit deutschem Kapital errichteten grossen türkischen Eisenbahnlinien. Daneben würde das Hebräische als einigende Sprache aller Juden des Orients und als religiöses, nationales Bindemittel nadh wie vor in hervorragendem Grade im Schulplan berücksichtigt werden. Diese Vielheit der Sprachen erscheint demjenigen, der mit den orientalischen Verhältnissen nicht vertraut ist, überraschend und verwunderlich. Der Kenner des Orients weiss aber, dass ein halbwegs gebildeter Orientale eine ganze Reihe von Sprachen zu beherrschen pflegt, und es ist ferner zu berücksichtigen, dass die orientalischen Kinder mit erstaunlicher Leichtigkeit sich Sprachen zu eigen machen. Der Kursus auf dem Technikum würde drei- bis vierjährig sein, so dass die jungen Leute mit 17 bis 18 Jahren in ihrer Billdung abgeschlossen und als Techniker erwerbsfähig sein dürften. Es würde nicht zwweckmässig sein, mit der Anlage des Technikums zu warten, bis die Knaben die gesamte Vorschule absolviert haben. Die Entwicklung im Orient wird sich voraussichtlich so schnell vollziehen, dass es nicht rätlich wäre, erst naoh sieben Jahren mit der Ausbildung der ersten Techniker zu beginnen. Das ist aber auch nicht nötig. Die Lämelschule in Jerusalem bietet ein durchaus geeignetes Schülermaterial für-das Technikum; es wird nur notwendig sein, diesen Schülern in der Uebergangszeit besondere Kurse in Mathematik, in den Naturwissenschaften und im Zeichnen ein Jahr hindurch zu gewähren, um sie für den Besuch des Technikums reif zu machen. Wenn also das Technikum in 2 oder 2y2 Jahren errichtet sein sollte, so wäre gleichzeitig auch schon für den] Besuch des Technikums ein geeignetes Schülermaterial vorhanden, während für später die Haifaer gehobene Volksschule die Schüler liefern würde. Die Kosten für das Unternehmen wären in runder Summe etwa folgendermassen zu bemessen: Für den Grunderwerb waren zu verausgaben rund 80 000 Fr. Schulgebäude mit Raum für 300 Knaben 100 000 „ Gebäude für Werkstätten mit Einrichtung! 50 000 „ Technikum mit Einrichtung 400 000 „ 196

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.