Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 9-10
- Article
- Dr. Paul Nathan an Jakob H. Schiff in New York
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379815-2379824-2382659--02635-2382701- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
punkt Haifas den Ankommenden darstellen, die Augen aul sich lenken, und so wird schon in gewissem Sinne durch die Lage des Instituts zum Ausdruck gebracht, dass diese jüdische Schöpfung als ein ideeller Mittelpunkt Haifas zu betrachten ist. Endlich ist zu betonen, dass der Preis nach sorgfältigsten Informationen als ein entsprechender zu betrachten ist. Erwähnt sei schliesslich, dass der Erbauer der Hedjasbahn, Meissner Pascha, einer der angesehensten und beliebtesten deutschen Reformatoren in der Türkei, dem ich den Gesamtplan vorlegte, mir in einem Bniefe seine vollste Uebereinstimmung ausgesprochen hat. Für die weitere Durchführung des Planes sind die folgenden Grundlinien gezogen: Die Jugend, die für das Technikum herangebildet werden soll, muss von frühesten Jahren an eine rationelle Erziehung erhalten. Das Fundament für die Erziehung wird in einem Kindergarten gelegt. Der Hilfsverein der Deutschen Juden verfügt bereits über einen gut besuchten Kindergarten in Haifa, der nach der Pestalozzi-Fröbelschen Methode geleitet wird. Da unter den Juden des Orients grosse Sprachverschiedenheiten herrschen, so ist es notwendig, alle Kinder eine gemeinsame Sprache zu lehren. Nach Lage der Verhältnisse kann diese gemeinsame Sprache anknüpfend an die gemeinsame Religion nur das Hebräische sein. Die ersten Unterweisungen im Kindergarten finden daher in hebräischer Sprache statt, die Kinder singen hebräische Lieder etc. An den Kindergarten wird sich eine gehobene Volksschule anschliessen, der folgende Ziele gesteckt sind: Vollkommene Beherrschung des Hebräischen in Wort und Schrift, ausgiebiger Unterricht im Arabischen und als fremde Sprache, um die Verbindung mit der europäischen Kulturwelt aufrecht zu erhalten, das Deutsche. Daneben eine besonders sorgfältige Ausbildung im Rechnen, in der Mathematik, in den Naturwissenschaften und im Zeichnen, sowie von frühesten Jugend auf Werkstattunterricht nach dem Vorbild der amerikanischen Manuel Training Schools und nach dem System, dessen Vertreter Prof. Kerschensteiner München ist, heute eine der ersten Autoritäten auf diesem Gebiete. Die Kinder würden mit 3 oder 4 Jahren in den Kindergarten eintreten und mit 6 oder 7 Jahren alsdann in die Schule. Die Schule ist 7klassig, mit jährlichem Kursus, gedacht, so dass die Knaben mit 14 bis 15 Jahren für das Technikum; vorbereitet sein würden. Nur jene Knaben, die sich als besonders begabt erweisen, würden auf das Technikum übergehen, während" die grössere Anzahl der Schüler gerade durch den Handfertigkertls- 195