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Palästina · 1909-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 189

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 9-10
Article
Die Agrarbank
Date
1909-01-01
Page
Seite 189 (sequence 4)
Language
German
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weis angedeutet haben, soviel kann auch jeder, aber auch der oberflächlichste Gesellschaftsreisende, der in Palästina war, erzählen, dass den jüdischen Massen Arbeit gegeben werden muss und dass infolge der Ueberfüllung der Städte hauptsächlich! Platz in der Landwirtschaft ist. Wir resümieren kurz: Die Agrarbank ins Leben zu rufen ist für alle Institutionen, die in Palästina arbeiten oder die für notleidende Juden oder für die Gesundung der Juden Interesse zeigen, eine Notwendigkeit. Wir wüssten nicht, ob sich auch nur ein Grund ausdenken Hesse, der gegen die Begründung einer solchen Bank spräche. Die Agrarbank ist keine politische, sondern eine soziale Aktion, sie ist vor allem die einzige jüdische Tat, an der sich die ganze Judenheit von allen Lagern, Orthodoxe und Liberale, Nationalisten und Kosmopoliten beteiligen können und müssen. Wir hoffen, dass die Erziehung der Juden soweit gediehen ist, dass kleinliche Realisation nicht das Lebensglück unzähliger armer Juden schädigt! Möge uns dabei die Presse helfen, an die Einigkeit der Juden zu appellieren und das Werk, das nötig ist, zu erlmöglichen. Gewiss wollen die Zionisten schon die Bank gründen, allein ihre Geldmittel lassen keine Bank Von Bedeutung erwarten, eine mit 1—2 Millionen höchstens. Und so eine Gründung würde der grossen Aufgabe nie gerecht werden, weil nur kapitalkräftige Bodenkreditanstalten wegen der grossen, nur langsam rückzahlbaren Hypotheken stets mit den erforderlichen Summen sich Land ankaufen können. Ueber innere Einrichtung der Bank, Höhe des Zinsfusses, der Amortisation etc., werden wir später einmal sprechen. Hier sei nur das Werk, wie es recht gut entstehen kann, skizziert. Es sind folgende Interessenkreise, die sich bei einigermassen geschickter Handhabung zusammenfinden werden. 1. Die zion. Partei mit ihren Abzweigungen (Cho wewe Zion) und ihren Geldinstituten (Anglo Palestine Bank, Nationalfond). 2. Die Paläjstinafreunde, d. h. -Vereine, wie der „Esra", jüdisch. Kolonisationsverein" (Wien), „Lemaan Zion" etc. 3. Der „Hilfsve rein der deutschen Juden" mit einigen grossen deutschen Stiftungen, die sich für die Palästinafragen interessieren, so die Stiftung von Cohn-Oppenheim, von Simon (Hannover), evtl. der Verein für Bodenkultur unter den Juden u. A. 4. Die Orthodoxen, d. h. die Chalukahverwaltungen der verschiedenen Länder, die freie Vereinigung etc. 5. Die Alliance und die Ica. 189

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