Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1909-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 172

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 7-8
Article
Der Streit um die Chalukah
Date
1909-01-01
Page
Seite 172 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2379786-2379815-2379823-2382555--02568-2382622
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

pfinden der Neuzeit ebenso unerträglich erscheinen muss, wie eine wahllose, die Vermögenslage der Empfänger nicht berücksichtigende, automatische Verteilung nach der Kopfzahl, darin waren Freund wie Feind der Chalukah seit Jahren einer Meinung, und gerade die Erfahrung, dass infolge dieser Uebelstände der Ertrag der Chalukah von Jahr zu Jahr zurückging, hat auch die widerstrebenden Herren, welche am Liebsten aus ihrer konservativen Gesinnung heraus eine Reform unterlassen hätten, dahin geführt hat, der von anderer Seite lange vorher als Notwendigkeit erkannten Neugestaltung schliesslich doch ihre Zustimmung zu erteilen. Und ausgerechnet gerade diese Punkte glauben die Männer des allerneusten Regimes als besonders schwerwiegende Versündigung gegen den Geist der alten Abmachungen denuncieren und den Pekidim den Vorwurf des Raubes usw. darum machen zu dürfen, weil dieselben verlangen, dass zukünftig nur derjenige Unterstützung erhalten solle, der seine Vermögensverhältnisse wahrheitsgemäss deklariert, und dass aus der heranwachsenden Generation nur diejenigen eine dauernde Unterstützung sollen erwarten dürfen, von denen m?an in der Tat erhoffen darf, dass sie ihr Leben der Thora widmen wenden, die hierfür Ungeeigneten dagegen einem Berufe zugeführt würden, der ihnen ein anständiges Fortkommen im Leben ermöglicht Und auch diese, doch wahrlich nach jeder Seite hin heilsame Reform sollte keinesfalls über das Knie gebrochen werden, wie von gegnerischer Seite so oft verlangt wurde, sondern unter weitestgehender Schonung und Rücksichtnahme auf die Entwickelung der Personen und der Verhältnisse, wie sie sich nun einmal herausgebildet hat; dieser Gesichtspunkt war bei der Wahl des Bureau-Leiters der massgebende Gedanke, und die Persönlichkeit, auf wrelche schliesslich die Wahl fiel, ist zweifellos geeignet, die besten Garantieen auch in dieser Hinsicht zu bieten. Und überdies war ebensowohl der Organisations- Plan, bevor er beschlossen wurde, von den zuständigen Stellen d. h. den anerkannten religiösen Autoritäten der heiligen Stadt gutgeheissen worden, wie anderseits dem Bureau- Leiter zur obersten Pflicht gemacht wurde, in stetem Einvernehmen mit diesen Stellen zu bleiben und ihre Ratschläge nicht ausser Acht zu lassen. Die Antwort auf diese Rücksichtnahme ist das erwähnte Pamphlet. Als wir vor drei Jahren, wahrlich schweren Herzens und Sinnes, den Reorganisations-Plan der Chalukah beschlossen, da waren wir uns im Vorhinein klar darüber, dass das Ziel, dem zuzustreben wir uns verpflichtet fühlten, nicht ohne Kämpfe sich werde erreichen lassen. Aber ebenso fest stand es für uns, dass, wenn diese Kämpfe sich als unvermeidlich ergeben sollten, dann nur konsequentes und energisch durchgreifendes 172

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.