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Palästina · 1909-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 171

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 7-8
Article
Der Streit um die Chalukah
Date
1909-01-01
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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bensjahres erlöschen solle. Drei Monate vor Eintritt dieses Termins sollen durch Vereinbarung der Eltern mit unserem Vertreter nähere Feststellungen über die Zukunft des betreffenden Kindes getroffen werden. Der bisher als Chalukah gezahlte Betrag soll alsdann — unter Umständen auch mehr oder weniger — zur Ausbildung des Kindes verwendet werden. Je nach Begabung und Neigung sollen die Kinder ausschliesslich dem Thorah Studium erhalten bleiben, oder auch einem praktischen Berufe — selbstverständlich unter steter Pflege Limod Thorah — zugeführt werden. 4. Aus den bisher als kleine Chalukah in minimalen Beträgen ausgegebenen Summen (nicht aus den zur Erhaltung des Kolel Haud notwendigen Beiträgen) soll versucht werden, Arbeits.Gelegenheit zu schaffen, Thora-Studium, industrielle, sanitäre und andere Unternehmungen in Palästina zu fördern. Wir glauben, vor der Oeffentlichkeit mit Ruhe aussprechen zu dürfen, dass diese Reorganisations-Grundsätze durchaus nicht nur den Forderungen der wirtschaftlichen Entwickelung, sondern auch dem Geiste der Thora und der jüdischen Menschenliebe entsprechen. Trotzdem versucht es nun der Kolel Haud, unsere Organisation, die bisher gegenüber allen wahrlich nicht spärlichjen Anfechtungen in unentwegter Hingebung für seine Interessen gesorgt hat, zu zerstören. An die Stelle dieser Organisation soll, wie aus der Broschüre und dem Begleitschreiben hervorgeht, eine andere treten, deren Zentralverwaltung bei den Spenden-Empfängern in Jerusalem liegt, und bei der die in Europa wirkenden Vertrauensmänner nur als beauftragte Sammler fungieren sollen. Wie uns von Jerusalem mitgeteilt wird, und wie sich aus demi Rundschreiben auch ergibt, hat die Deutsch-Holländische Gemeinde ferner Vorbereitungen getroffen, um eigene Sendboten nach Deutschland zu schicken und sich so von der „Vormundschaft'' der Pekidim zu befreien. Obgleich die Unterzeichneten sich bewusst sind, alle ihre Massnahmen zur Reorganisation der Chalukah im Einvernehmen mit den führenden deutschen Rabbinern und Freunden des Heiligen Landes getroffen haben, und obgleich deshalb der Versuch des Kolel Haud, einen Gegensatz zwischen Deutschen und Holländischen Erez Israel-Freunden zu schaffen, an und für sich scheitern muss, so fühlen wir uns doch verpflichtet, den Sachverhalt in Obigem gienau darzustellen, damit jede weitere Verwirrung vermieden wird. Im Interesse der Sache würde es liegen, wenn möglichst zahlreiche Empfänger der Schriftstücke aus Jerusalem den darin liegenden Versuch mit energischen Worten zurückweisen möchten, damit die Opponenten rechtzeitig zur Vernunft gebracht werden und eine Schädigung der ganzen Erez Israel-Arbeit durch Fortsetzung ihres gemeingefährlichen Treibens vermieden werde." Kein objektiv Denkender wird auch nur einen Augenblick im Zweifel sein, auf welcher Seite das Recht in diesem Streite ist. Dass der Zustand, wie er bis zu der vor zwei Jahren unternommenen Reorganisation bestand, den modernen Anforderungen in keiner Weise mehr entsprach, dass ein mitgeborener Anspruch auf Unterstützung dem sozialen Em- 171

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