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Palästina · 1909-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 164

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 7-8
Article
Eine Vereinfachung der Malaria-Bekämpfung?
Date
1909-01-01
Page
Seite 164 (sequence 7)
Language
German
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wird es auch dann nötig bleiben, toujours en vedette zu sein, und ferner wird es deshalb nach wie vor das Ideal der Malariabe'kämpfung bleiben, die Larven zu vernichten. Die hierzu dienenden kleineren Mittel, wie die Bedekkung der Pfützen mit Petroleum, Kaktusmazeration oder anderen Substanzen, dürfen bei Inangriffnahme der in Brasilien angewandten Miethoden nicht 'unangewandt bleiben. Ob all das nicht zu theoretisch betrachtet ist, kann nur der Versuch lehren. Zu einem Versuche aber ermuntern die Erfolge Chagas7. Die meisten .erfolgreichen Methoden der Malariabekämpfung haben sich ja anfangs nur auf theoretische Erwägungen gestützt. Wenn auch die endgiltige Beseitigung der Krankheit ausschliesslich: der Bodendrainage vorbehalten bleiben wird, so wird sich in mancher kleineren Kolonie eine beträchtliche Besserung erzielen lassen, wenn man die beiden von Chagas betonten Grundgedanken festhält: Verhüte, dass sich uninficierte Mücken an kranken Menschen inficiieren, und bedenke, dass die Mücke nur zu bestimmten Stunden und fast nur im Hause sticht. Die Massnahmen sind, um sie kurz zusammenzufassen, folgende: Die Wohnungen, auch der Gesunden, werden mit mechanischem Schutz versehen (dessen technische Einzelheiten in den tropischen Malariagegenden bekannt und erprobt sind), der sich vor allem in den Stunden, zu (denen die Mücke zu stechen pflegt, in Funktion befinden soll. Das gleiche gilt, aber unbedingt und ausnahmslos, für die Krankenräume, in denen acut Erkrankte 'behandelt werden, und die Isolierräume, in denen sich die chronisch Kranken während der gefährlichen Stunden aufzuhalten haben. Gleichwohl werden alle Räume wöchentlich einmal ausgeschwefelt. Nur zur grösseren Sicherheit wird man trotz all der erwähnten Massregeln noch die präventive Chininkur (jeden 3. Tag 0,06 g) beibehalten und die Pfützen mit Petroleum bedecken. Dagegen wäre das Verbot, im Dunkeln auszugehen — vorausgesetzt, dass sich die obigen Erfahrungen für Palästina bestätigen —, der Moskitosohleier u. a. überflüssig. Wir wollen hier in Kürze eine nicht streng zum obigen Thema gehörige Mitteilung über ein neues Mittel zur Ausrottung der Larven anschliessen. Die Substanzen, mit denen man die stehenden Gewässer 'bedeckt, um einerseits die geschlechtsreifen Mücken Weibchen an der Ablesung der Eier in das Wasser zu hindern, andererseits die Larve, die zum Atmen an die Oberfläche des Wassers kommen muss, zum Ersticken zu 'bringen, sind zwar organische, aber nicht lebende, wachsende Stoffe. Bartmann hat nun ge- 164

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