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Palästina · 1909-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 163

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 7-8
Article
Eine Vereinfachung der Malaria-Bekämpfung?
Date
1909-01-01
Page
Seite 163 (sequence 6)
Language
German
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Chagas ist der Meinung, dass, wenn er auch nebenher noch andere Mittel — wenig sorgfältig — angewandt hat, seine guten Erfolge im wesentlichen auf der Häuserdurchräucherung beruhten. Die Erfolge bei der Unternehmung I waren gut, bei III vorzüglich. Wo Hessen sich ähnliche Versuche in Palästina durchführen? In dem Hauptherd des Landes, in Jerusalem, sicher nicht. Zunächst kommt Jerusalem schon deshalb nicht in Betracht, weil hier, wio bekanntlich die Art der Wasserversorgung die Hauptquelle des Uebels ist, eine Beseitigung dieses Gtfundübels durch Anlegung einer Wasserleitung erstens weit wirksamer wäre als die obigen Massnahmen und zweitens — trotz der grossen Schwierigkeiten, auf die die Ausführung stösst — im^er noch leichter durchzuführen wäre als jeder Versuch einer Isolierung. Die Bevölkerung ist für derlei Bemühungen viel zu wenig aufgeklärt, und es ist nicht zu übersehen, dass, wenn die Isolierung der chronisch Kranken — also auch deiner, die sich ev. ziemlich wohl fühlen — nicht fast ausnahmslos erfolgt, der Erfolg illusorisch ist. Auch ist ja die Bevölkerung für derartige Massnahmen viel zu gross, und endlich scheint aus einigen Mitteilungen der palästinischen; Literatur hervorzugehen, dass gerade die schlimmsten, die tötlichen Malardiafälle (Ringform der Parasiten), vom südlichen Jondantale her in Jerusalem eingeschleppt werden, so dass hier nur die Ausrottung der Larven von Erfolg sein kann. Ainderß liegen die Verhältnisse in einer kleineren Kolonie, deren Insassen weniger zahlreich, sauberer, aufgeklärter sind. Die Zahl derer, die eine vergrösserte Milz haben, ist nicht allzu gross; und sich zu bestimmten Stunden (z. B. während der Dämmerung) mit den anderen Inficierten zusammen isolieren zu lassen, bedeutet kein grosses Opfer. Hier wird es auch möglich sein, an den Häusern die schützenden Gitter anzubringen, denn die Zahl der Häuser ist gering, und die Kolonisten würden keinen Widerstand leisten. Endlich müsste ein Erfolg, wfenn er eintritt, nach 1—2 Jahren; auch ohne strenge Fortsetzung der Massinahmen weiter anhalten, weil eben das inficierte Geschlecht der Mücken inzwischen ausgestorben ist. Und ist die Kranheit an dem Herde erloschen, so wird sie von anderen Herden nicht — wenigstens durch die IMücken nicht — wieder importiert, da die Mücken nicht weit über Flächen zu fliegen vermögen (was ja überhaupt der Grund dafür ist, dass die Malaria meist so streng auf ihren Herd lokalisiert bleibt). Freilich gewährt diese Noninfektion längst inicht die Beruhigung wie die Desinfektion. Denn da die Mücken weiten existieren, so können sie sich von neuem inficierien, wenn ein malariakranker Mensch von auswärts in die Kolonie kommt Deshalb 163

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