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Palästina · 1909-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 162

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 7-8
Article
Eine Vereinfachung der Malaria-Bekämpfung?
Date
1909-01-01
Page
Seite 162 (sequence 5)
Language
German
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ten Stunden durchgeführte Abschliessung der mit Gameten behafteten Menschen gegen die jungen, noch uninficierten Mücken als sehr wirksam erweisen, und zwar umsomehr, als die Gameten nach einer gewissen Zeit im Blute zu Grunde gehen. Auch die Befürchtung, die Isolierung könne dadurch illusorisch werden, dass viele bereits inficierte Menschen frei herumgehen, bei denen der erste Anfall noch nicht aufgetreten ist, ist dadurch hinfällig, dass nach allerdings noch nachzuprüfenden Feststellungen das Blut in; diesem Vorstadium der Krankheit zwar bereits Parasiten, aber noch nicht Gameten enthält. Wie sehr übrigens eine genaue Individualisierung aller Massnahmen von Ort zu Ort notwendig ist, geht auch daraus hervor, dass sich eine Maschenweite der Drahtnetze von IV2 mm hier als ausreichend, dort aber als nutzlos erwies, weil sich erst bei '1 mm Weite die dortigen Mücken abfangen Hessen. Nun isei noch eine zweite von Chagas für Brasilien ermittelte Tatsache erwähnt, die, wenn sie sich in Palästina bestätigt, ebenfalls eine bedeutende Vereinfachung der Malariabekämpfung zur Folge haben könnte. , Die Mittel, deren man sich bedient, um sich irrt Freien gegen Stiche zu schützen, bind, wenn sie sinnge;mjäsß' angewandt werden sollen, recht läjstig, und ihre Anwendung setzt auch einen gewissen Bildungsgrad voraus. Die Leute sind überhaupt schwer zu bewegen, sich abends in die Häuser zu begeben. Nun behauptet Chiagas, dass die meisten Inficierungen nicht im Freien, sondern im Hause erfolgen. Die vollgesaugten Anophelineri dringen in die Häuser ein und warten hier an dunklen Stellen (Kellerdecken usw.) die Reife der Eier ab. So bleiben sie denn in den Häusern, teils weil sie keinen Ausweg finden, teils auch, weil ihnen hier die Temperatur mehr zusagt, und wenn sie hier kein Wasser finden, so legen sie zwar keine Eier, leben aber dafür umso länger und bringen die gefährlichen Panasiten in ihrem Inneren umso sicherer zu voller Ent¬ Wickelung. Uebrigens wird der Anopheles auch deshalb eher im Hause als draussen stechen, weil der Mensch draussen mehr als im Hause in Bewegung ist. Auch sind die vollgesaugten Mücken und jdie Menschen draussen auf einen viel grösseren Raum verteilt als drinnen, und endlich können die Mücken draussen auch Tiere stechen. Ist es wahr — es fehlen noch die experimentellen Beweise —, dass das Stechen zumeist in der Wohnung erfolgt, so würde eine in Zwischenräumen von 6—8 Tagen erfolgende Durchräucherung der Wohnung ungemein wirksam sein, und die Methode wäre billig und technisch einfach. Diass übrigens auch in Palästina die vollgesauigten Mücken in Mengen an dunklen Decken und Wänden hausen, haben u. a. Masterman und Cropper längst bestätigt. 162

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