Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Eine Vereinfachung der Malaria-Bekämpfung?
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 4)
- Language
- German
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bestimmbar sind. So stechen in seinem Bezirk die Anopheles nur abends und morgens, umd zwar zu so genau bestimmbaren Stunden, dass es genügt, die Isolierung der chronisch Kranken auf diese Zeit zu 'beschränken und erst eine Viertelstunde vorher beginnen zu lassen. (Unter chronisch Kranken sind solche verstanden, die keine akuten Anfälle mehr haben, wohl aber — meist bei vergrösserter Milz — noch „Gameten" im Blute haben, also die Formen des Malariaparasiten, deren Uebergang in die stechende Mücke diese inficiert un,d zur Verbreitung der Krankheit fähig macht.) Wenn es sich bestätigt, dass die Mücken in jenen Gegenden trotz der grossen Sümpfe weder tags noch nachts, sondern nur zu gewissen Stunden der Dämmerung /stechen, so würde sich diese wirksame Massregel der Isolierung aller inficierten Kranken gegen uninficierte Mücken, selbst der Kranken, die sich subjektiv ziemlich wohl fühlen, ohne jgrosse Belästigung der Kranken mit gutem Erfolg durchführen lassen. Die Zeit des Stechens müsste für Palästina genau ermittelt werden. Nachdem Cropper (1902) in sehr eingehenden Studien*) die in den einzelnen Malariaherden Palästinas — besonders am Strande von Bieirut bis Chederah, sowie im nördlichen Jordantal — vorkommenden Mückenspecies festgestellt hat, weiss man ja auch, auf welche Mückenarten sich die Beobachtungen zu erstrecken haben. Es gibt Mücken, die während der ganzen 'Nacht stechen, selbst solche, die es am T>ge tun. Doch dass die palästinischen Mücken nicht zu den letzteren gehören, hat die Erfahrung bereits gelehrt. Cropper zeigte 1905, dass sich hier die Mücken während des Tages in schlecht belichtete und ventilierte Schlupfwinkel der Wohnungen zurückziehen, die (sie erst abends wieder verlassen (woraus übrigens die,Bedeutung der Wohnungshygiene für die Malariabekämpfung erhellt). Was aber noch fehlt, ist die genauere Bestimmung der Stunde. Um die Bedeutung der erwähnten neuen Massregel ins rechte Licht zu rücken, möchte ich an neuere englische Arbeiten erinnern, aus denen hervorzugehien scheint, dass das! Mückengeschlecht des neuen Sommers fast durchweg der neuen Brut -angehört, während die alten Mücken, trotzdem1 sie nach dem Legen der Eier an geschützten Orten in grosser Zahl in den Wohnungen überwintern (wo sie sich übrigens durch Ausräucherung vernichten lassen), für die Neuinfectionen kaum1 in Betracht kommren. Vorausgesetzt, dass diese Ergebnisse auch für Palästina zutreffen, müsste sich die zu den bestimm- *) Wer sich für die einschlägigen wissenschaftlichen Arbeiten interessiert, rindet die Literaturangaben in meiner »Medizinischen Bibliographie für Syrien, Palästina und Cypern«, deren 1. Teil in der Zeitschrift des deutschen Palästinavereins 1905 erschienen ist, deren 2. Teil im Oktober dieses Jahres in derselben Zeitschrift erscheint. 161