Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Von den englischen Ausgrabungen in Palästina
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 3)
- Language
- German
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cidischen Hauptmann samt dem Juden, der zum Opfern hinzutrat, und der Aufstand brach los. Mattathias ward Führer, nach dem Tode des Bejahrten (166 v. Chr.) ging die Führerrolle an seinen Sohn Judas mit dem Zunamen Makkabaeus über; ihm folgte sein Bruder Jonathan. In diesem Freiheitskampfe, wohl 166, erobert der syrische Feldhauptmann Bacchides mit anderen festen Plätzen auch das alte Geser. Es wirtd neu befestigt und veribleibt auch nach der baldigen Beendigung des ersten Makkabäerkrieges in der Hand der Syrer. Aber der Kampf bricht nach wenigen Jahren aufs neue lös und Simon, der letzte jener heldenhaften Bruder, tritt an die Spitze der Juden. Sein Ruhm leuchtet, er hat sich schon vor Joppe und Beth-zur ausgezeichnet. Er wirft auch jetzt Tryphon, den Prätendenten zurück, der sich nach dem Tode des AntiocWus Ulm die syrische Krone bemüht. So ist der Krieg siegreich beendet; nun gilt es, das jüdische Land und! das jüdische Volk in seinem unveräusserlichen Eigenbesitz zu stärken. Weg also mit fremden Einflüssen, die Judäa strategisch oder moralisch schwächen können! Weg auch mit der; heidnisch-syrischen Besatzung in Geser! Und .der gewaltige Mann aus präesterlLchem Geschlecht geht an die Rückeroberung der Stadt und führt sie erfolgreich durch, wie uns 1. Makk. 13, 43—48 so anschaulich ,und klar berichtet. Die Stadt wird durch neue Befestigungen gesichert, Simon baut sich innerhalb der Mauern eine Residenz, und sein Sohn Jonathan wird Gouverneur der Stadt un^d nach des Vaters Ermordung1 (135) auch Nachfolger in dem Amte des Hohenpriesters. Das ist die Zeitgeschichte von Geser; mit dem Gedanken an jene grossen Tage lassen wir uns nun von Macali'ster in die mühsame, minutiöse Ausgrabungsarbeit führen, um einen Einblick in die Schwierigkeiten der Arbeit, aber auch in die Erfolge zähen Gelehrtenfleisses zu gewinnen. Es war im Sommer 1904, als eine „Strafabteilung" der Arbeiter unter Macalisters Leitung durch Schaffung von Grä* ben und Tunneln die Stadtmauern blosslegte. Pfötzlich klafft in der südlichen Mauer eine Lücke; in der Mitte der Mauer, etwa 300 FJuss lang, sind auf kleine Weise Mauerreste oder Fundamente zu entdecken. Dagegen stösst die Mauer an dem östlichen Ende der Lücke gegen ein Gebäude, dessen sorgsam' gearbeitetes Mauerwerk sich von der rohen Ausführung des Mauerzuges abhebt und auf eine viel jüngere Bauperiode hinweist. Macalister hält dieses Haus anfangs um seines burgar-. tigen Charakters willen für das Kreuzfahrerkastell auf dem „Gisartberge", von dem sonst keine Spur gefunden worden ist. Aber die gründliche Untersuchung widerlegt die Annahme; sie fördert vielmehr südlich vor der Front dieses Gebäudes 156