Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Unruhen der orthodoxen Araber und Griechen in Jerusalem und Palästina
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
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eine gewaltige Panik, waren aber nur das Vorspiel kommender, noch schrecklicherer Ereignisse, welche schliesslich den Widerstand der Mönche brechen sollten. Derselbe war ja ohnedies nur noch schwach, nachdem es Nassim Pascha schon gelungen war, die beiden erbittersten und gefährlichsten Gegner des Patriarchen, den Direktor Papadopoulos und den ersten Sekretär Metaxakis, der Wut des Pöbels zu opfern und aus Jerusalem zu vertreiben. Am Abend des 24. Februar wurde auf offener Strasse an zwei Geldwechslern, zwei Brüdern aus der arabisch orthodoxen Gemeinde, ein Raubmord verübt, welchem ausser diesen beiden noch drei ändere orthodoxe Araber zum Opfer fielen. Diese schreckliche Bluttat wurde ohne jeglichen Beweis einem ausserhalb Jerusalems als Aufseher über die Klostergüter stationierten Mönche* Germanos, welcher seither mit seinen Dienern gefangen liegt, zur Last gelegt, und die Mönche und überhaupt die Griechen als Anstifter bezeichnet. „Tod den Mönchen und Griechen!" war jetzt das Rachegeschrei der wild erregten Menge; einige Griechen, darunter auch der Direktor des griechischen Gymnasiums, wurden mit Messerstichen und Schlägen zum Teil bedenklich verwundet, so dass sich überhaupt kein Grieche mehr auf die Strasse wagte. Aber nicht allein unter den Griechen, unter allen Ausländern und Andersgläubigen besonders auch unter den Juden, war die Furcht vor einem allgemeinen Massacre der „Fremden" und „Franschi" gross, zumal sich auch die fremden Konsuln vom Beginn der bedrohlichen arabischorthodoxen Erhebung an so wenig wie die einheimische Regierung ihrer Aufgabe gewachsen zeigten und nichts versuchten, um durch Drohungen die gefährliche Bewegung einzudämmen. Tage und Wochen lang blieben Läden und Geschäfte geschlossen, aller Handel und Verkehr stockte und das einzige was z. B. der deutsche Konsul für seine von der allgemeinen Stockung und Beklemmung ebenfalls stark mitbetroffenen Schutzbefohlenen zutun wusste, bestand darin, dass er ihnen brieflich den Rat gab, ruhig zu Hause bleiben und sich nicht auf die Strassen zu begeben. Das war ohne Zweifel nicht bös gemeint. Für Nassim Pascha bot die besonders durch die letzten Mordtaten aufs höchste gestiegene Bewegung jetzt die erwünschte Gelegenheit und den günstigsten Moment, um die widerstrebenden Mönche seinem Willen gefügig zu machen. Am Nachmittag des 1. März begab er sich zum letztenmal in Begleitung des Jerusalemer Gouverneurs, Subhi Bey, in das Kloster und erklärte, dass er für alle weiteren Ereignisse die Verantwortung ablehne, wenn die Synode und die Mönche bis zum Abend nicht ihren Frieden mit dem Patriarchen gemacht haben. Tatsache ist, dass die Araber drohten, in der 134