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Palästina · 1909-01-01 · Heft 6 · p. Seite 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 6
Article
Die Unruhen der orthodoxen Araber und Griechen in Jerusalem und Palästina
Date
1909-01-01
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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gendem Spiel und wehenden Fahnen am Hafen resp. am Bahnhof empfangen und in die Stadt geleitet worden. Für die Griechen war es von vornherein als ein schlimmes Omen zu betrachten, dass als Haupt der Kommission der Wali von Syrien, Nassim Pascha in Beirut, bestimmt worden war, derselbe, der unter russischem Einfluss schon im Jahre 1899 den Patriarchenthron von Antiochien den Griechen entrissen und den Arabern in die Hände gespielt hatte. Nassim Pascha war es auch, welcher vor 10 Jahren dem jetzt abgesetzten Patriarchen auf den Thron verhelfen, und es war vom ersten Augenblick an klar, dass er ihn mit allen Mitteln zu halten suchte. Seinem1 Ausschlag gebenden Einfluss gegenüber blieb der Widerspruch der übrigen Kommissionsmitglieder wirkungslos und darum hatte der Grieche Wajanis Jerusalem auch schon verlassen, ehe Nassim Pascha noch seinen Endcoup geführt hatte. Das Ziel, worauf Nassim von Anfang an hinarbeitete, war die Wiederunterwerfung der rebellischen Synode und Mönche unter die Gewalt des Patriarchen, und zur Erreichung seiner Absicht liess er sich durch den ihm seitens der Mönche anfangs energisch entgegengesetzten Widerstand nicht abschrecken. Die Araber wurden unter diesen Umständen mit ihrer Reklamierung des Patriarchen, von dessen Wiedereinsetzung sie sich die augenblickliche Erfüllung ihrer Herzenswünsche und goldene Berge versprachen immer dreister, so dass sie denselben Sonntag, den 14. Febr., wieder seinen eigenen Willen gewaltsam in die Grabeskirche zu führen und zur Abhaltung einer gottesdienstlichen Feier zu nötigen suchten. Da indes der Patriarch in Ermangelung griechischer Priester mit arabischen oder russischen Offizianten hätte celebrieren müssen, was nach den für die Grabeskirche geltenden internationalen Bestimmungen unzulässig ist, so wehrten die katholischen Franziskaner in geschlossener Reihe den Arabern den Eintritt in die Kirche und auf einen seitens des französischen und italienischen Konsuls bei dem Gouverneur von Jerusalem erhobenen Einspruch wurden die Araber mit einem starken militärischen Aufgebot von ihrem Vorhaben abgehalten und aus dem Hof der Grabeskirche zurückgedrängt. Diese Vorgänge waren natürlich ganz dazu angetan, die allgemeine Volkserregung gegen die griechischen Mönche noch erheblich zu steigern, so dass sich keiner derselben ohne Lebensgefahr mehr auf der Strasse zeigen konnte, sondern alle unter starker militärischer Bedeckung Tag und Nacht in dem Kloster eingeschlossen bleiben mussten. Die Ermordung des griechischen Kloster-Vorstehers in Bethsahur bei Bethlehem und des russischen Archimandriten auf dem Oelberg, sowie mörderische Ueberfälle auf den Vorsteher der Grabeskirche Archimandrit Evthymius, und einige griechische Laien verbreiteetn überall, auch unter Nichtgriechen, 133

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