Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Unruhen der orthodoxen Araber und Griechen in Jerusalem und Palästina
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
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jegliche Hilfe und Teilnahme versagt, und alle ihre Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Hingebung nur den meist unwürdigen und vielfach gar nicht so dürftigen Eingebornen zugewendet haben. Dass durch ein solches Verfahren bei der von Natur faulen Bevölkerung, so ähnlich wie mit der unsinnig verschwendeten jüdischen Chalukah, nur die Trägheit, die Habgier und die Anmassung begünstigt und gesteigert und solche Gefahren heraufbeschworen werden mussten, wie sie die Griechen jetzt bedrohen, liegt für jeden einsichtsvollen Beurteiler offen auf der Hand. Schon vor Jahren hat der Verfasser die Griechen darauf aufmerksam gemacht, in ihrem Unterstützungswesen ähnliche Reformen eintreten zu lassen, wie bei der englischen Mission, welche die eingeborne Bevölkerung für alle kirchlichen und weltlichen Bedürfnisse sich sozusagen schon selbst überlassen hat oder aber noch besser, an Stelle der Araber das griechische Element, welches gerade in Palästina schwach vertreten ist, zu stärken und zu vermehren. Schon frühere Unannehmlichkeiten mit den Arabern hätten den Griechen doch nahe legen sollen einen solchen Ratschlag unter allen Umständen zu befolgen und fast möchte es scheinen, als hätten sie die Götter zum Verderben mit Blindheit geschlagen, weil sie es nicht getan. Diesmal bedarf es seitens der Griechen der grössten Anstrengung und höchsten Vorsicht, um bei dem neuen und gefährlicheren Ueberfall der von ihnen selbst grossgezogenen Feinde den Platz zu behaupten und man kann nur wünschen, dass die zu diesem Zwecke angewendeten Mittel weiterhin mehr Ueberlegung und Einsicht aufzuweisen, und damit auch bessere Erfolge zu verzeichnen haben werden, als dies bisher der Fall war. Als die Araber mit ihren Forderungen immer zudringlicher und hartnäckiger an den Patriarchen herantraten, fürchtete die Synode und der Konvent, dieser könnte sich aus Sucht nach Popularität oder aus persönlicher Furcht, trotz anfänglichen Weigerns schliesslich doch zu Zugeständnissen bewegen lassen. Darum wurde er am 26. Dez. 1908 von der Synode mit allen gegen zwei Stimmen kurzer Hand abgesetzt und an seiner Stelle ein Vertreter in der Person des Bischofs vom Jordan, Meletius, ernannt. Direkte Beweise für einen dem Patriarchen zugeschriebenen „nationalen Verrat" lagen nicht vor und selbst wenn das der Fall gewesen wäre, konnte der Patriarch gegen das Veto der Synode doch nicht eigenmächtig beschliessen und handeln und hätte schliesslich, wenn er die Synode und den Konvent fest und geschlossen gegen sich gehabt hätte, ganz von selbst seine Abdankung geben müssen. Auf diesen Standpunkt stellte sich zunächst auch die Regierung, indem sie dem Beschluss 13)