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Palästina · 1909-01-01 · Heft 5 · p. Seite 119

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 5
Article
Die sanitären Verhältnisse Palästinas
Date
1909-01-01
Page
Seite 119 (sequence 5)
Language
German
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Landflächen des Jordantales fast gänzlich der Dörfer. Die Bauern, die diese Landflächen bebauen, wohnen in den auf dem benachbarten Hoch- und Berglande befindlichen Dorfschaften. Die Felder von Mischmar-Hajarden z. B. gehören zu einem ziemlich weit in den Bergen gelegenen Dorfe, zum Dorfe Merom. Der vierte Landstreifen Palästinas bildet das ostjordanische Gebiet, — eine höchst ungenaue, aber insofern bequeme Benennung, als sie uns in der Bestimmung seiner Grenzen freie Hand gibt. Und in Wirklichkeit hat auch derjenige Landkomplex im Osten, der unbemerkt in die syrische und arabische Wüste übergeht, keine Grenzen. — Dieses Gebiet hat ein kontinentales, trockenes Klima und fliesst in südlicher Richtung mit einem anderen Gebiete zusammen. Die mittlere Jahrestemperatur ist hier nur um weniges niedriger als in den oben besprochenen Gebieten. Der Unterschied zwischen Temperaturmaxima und -minima aber ist hier bedeutend grösser als dort; der zwischen Tages- und Nachttemperatur sogar sehr gross. Auf Grund eigener Beobachtungen, kann ich behaupten, dass in der Sinaiwüste. — dort erreicht die Eigenart des Klimas ihr Maximum — im Februar die Temperatur der Nacht 0 Grad, die des Tages 30—36 Grad C. im Schatten beträgt. Die Winde sind hier sehr stark, insbesondere der bekannte östliche Sirokko, aber auch der nördliche, welcher im Sommer ein wenig Frische, im Winter hingegen trockene Kühle mitbringt. Die Anzahl der atmosphärischen Niederschläge ist hier bedeutend geringer als in den anderen Gegenden; obwohl das Klima dieser Zone ein vollkommen gesundes ist, ist es dennoch für manche Krankheiten wie z. B. Lungenkrankheiten gar nicht vorteilhaft, dafür aber fehlen hier die Malariakrankheiten, mit Ausnahme der sumpfigen Ortschaftein, vollständig. In querer Richtung ergeben sich ebenfalls vier Landkomplexe, und zwar das obere Galiläa, Samaria, Judaea und die zu Judaea gehörende Provinz El Arisch mit einem benachbarten Teile der Sinaihalbinsel, die sich bezüglich ihres Klimas sehr von einander unterscheiden. Vor allem muss beachtet werden, dass sich die Anzahl der athmosphärischen Niederschläge in südlicher Richtung stufenweise verringert. Im oberen Galiläa erreicht sie ungefähr 1000 mm; in Samaria 600 bis 700 mm, in Judäa ca. 500 ünd ist in EI Arisch sehr unbedeutend. Nur im südlichen Teile von El Arisch sind Regengüsse zwar selten, dafür aber sehr reich an Wasser. Im Jahre 1903 hat eine Expedition, die 45 Tage in dieser Provinz und in der Sinaiwüste verweilte, im Laufe dieser Zeit (von Mitte Februar bis Mitte April) nur wenige Regentage konstatiert, und in der Stadt El Arisch zählt man nach den meteorologischen Beobachtungen die Niederschläge auf nur 200 mm. Der Tempe- 119

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