Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die sanitären Verhältnisse Palästinas
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2379786-2379815-2379821-2382408--02450-2382461- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sie umfasst lediglich das Jordantal bis zum Toten Meere, und dessen Fortsetzung nach Süden. Dieses Gebiet beginnt im Norden bei Bainas (Caesarea Philippi), von wo die den Abhängen (des Hermon entspringenden Quellbäche sich miteinander vereinigen und mit anderen Quellflüssen dem Jordan das Aussehen eines wirklichen Flusses verleihen. Hierauf strömt der Jordan durch das breite, wohl fruchtbare, aber sumpfige und ungesunde Land Ard-el-hule zum birnförmigen Hule-See (auch Meromsee genannt). Weiter nach Süden verschmälert sich .die Tiefebene bis zur Einmündung des Jordan in den zweiten, viel grösseren, süsswässerigen Tiberias- oder Genezarethsee. Von da fliesst der Jordan gen Süden durch das Ghortal zum Toten Meere. Eine interessante Erscheinung dieser Ebene stellt ihr rapider Abfall gen Süden dar. Banias liegt 120 m über dem Meeresniveau, die am Meromsee gelegene jüdische Kolonie Jessod-Haamala befindet sich 3—4 m unter dem Mittelmeere, der Tiberiasee hingegen 227 m darunter, und das Tote Meer schliesslich 394 m unter dem Meere. Das Klima dieses Gebietes zeichnet sich vor allem durch eine hohe Temperatur aus, der Winter ist warm, der Sommer lang und heiss, so dass selbst im Schatten die Temperatur eine Höhe von 50 Grad C., erreicht. Die Luft ist hier ziemlich feucht, jedoch nicht mehr Meeresluft, und die Winde haben viel freieren Zutritt als im zweiten Landstreifen. Die ganze Ebene, insbesondere ihren nördlichen Teil charakterisiert ein ungesundes Klima; das Fieber verbreitet sich hier in den verschiedensten Variationen, an dieser Krankheit starben schon einige jüdische Kolonisten von Jessod-Haamala und Mischmar-Hajarden. Es muss jedoch bemerkt werden, dass die in der Nähe des Jordan, südlich vom Tiberiasee vor 4 Jahren gegründete Kolonie Melhamie nicht nur keine Malariaerkrankungen aufweist, sondern sogar trotz der mittleren Temperaturstufe und der feuchten Luft, ein höchst gesundes Klima besitzt. Ich nehme an, dass die Eigenart des in die Kolonie geführten Wassers und der Mangel an stehendem Wasser dies zum grossen Teile bewirkt.. Der Jordan fliesst hier sehr schnell ünd in der Nachbarschaft gibt es keine Sümpfe. Im allgemeinen aber kann man sagen, dass die Hule- und Jordanebene bis zum Tiberias- See ein viel gefährlicheres Klima haben, als die des Tiberiassees und seiner Umgegend mit Ausnahme einiger in den niedrigen Quertälern gelegenen Ortschaften (Medzdel Camra etc.). Südlicher kommt zwar das Fieber noch sehr häufig vor, ist hier jedoch nicht so gefährlich wie im nördlichen Teil dieses Gebietes. Offenbar hat sich die Ortsbevölkerung den Bedingungen angepässt. Deshalb entbehren auch die fruchtbaren 118