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Palästina · 1909-01-01 · Heft 5 · p. Seite 117

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 5
Article
Die sanitären Verhältnisse Palästinas
Date
1909-01-01
Page
Seite 117 (sequence 3)
Language
German
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minimale Temperatur jedoch ist bedeutend niedriger. Nicht nur in den nördlichen Ortschaften wie Safed, sondern auch in vielen südlichen, wie in Jerusalem und Hebron herrscht im Winter Schneefall, im Sommer hingegen haben wir während des Tages glühende Hitze. Der Sommer in diesen höheren Punkten (800 m oder noch höher über dem Meeresniveau) ist jedoch viel erträglicher, weil die Luft trocken ist und die Hitze dank jder unaufhörlichen, frostigen Winde schnell zurückweicht. Das Klima dieses Gebietes kann man also mit geringen Ausnahmen als ein zwar weniger sanftes, aber gesünderes als das der Küste betrachten. Manche Gegenden könnten zweifelsohne bei entsprechender Fürsorge, bei grösseren Geldausgaben für Bahnbau und bei Beschaffung der nötigen europäischen Bequemlichkeiten in prächtige Kurorte umgewandelt werden. Schon heute findet man in der Nähe vor\ Beirut am Abhang und am Gipfel der Libanonberge sehr schöne Ortschaften, wo Touristen, Kranke oder die durch die Gluthitze erschlafften Bewohner der palästinensischen iund ägyptischen Ebenen sich an der frischen, Gebirgsluft der Kiefernwälder und der gesun/den Meereslage laben. Es sind daselbst sogar Eisenbahnen und einige Chausseen, und ferner auch modern eingerichtete Hotels vorhanden. An 'dem eine halbe Stunde von Haifa entfernten Gipfel des Karmelgebirges vergrössert sich auf Initiative der Deutschen die Anzahl der Sommerwohnungen alljährlich zusehends. Viele europäische Familien könnten dort angenehme Ruhe und Erholung finden und auch die Gesundheit wiedergewinnen. Ich zweifle, ob in ganz Europa für Menschen, die an Bleichsucht, an Nervenkrankheiten und an Krankheiten der Athrnungsorgane leiden, bessere Heilorte, als der Libanon und der Gipfel des Karmel es sind, existieren, wenn man den vorteilhaften £influss der Hochebene und die nahe Meereslage, zugleich auch das Ausbleiben bedeutender Temperaturänderungen in Betracht zieht. . 1 .! ■ \;pr: Safed, Nazareth, Tabor und dessen Umgebung haben ebenso wie Hebron ein gutes Klima. Das kann man aus dem schönen Wuchs und dem kräftigen Aussehen der dortigen mohammedanischen, wie auch der christlichen und jüdischen Einwohnerschaft schliessen. Wenn aber trotzdem daselbst Krankheiten häufig sind, so kommt es daher, dass einige in der Nähe gelegene Täler in hygienischer Beziehung sehr vernachlässigt sind Und es bisher diesbezüglich an jedweder sanitären Unternehmung gebrach. Die Kolonien Katra, Kastinieh und teilweise auch Rechoboth sind durch ihr Klima berühmt, ausserdem ist auch das Klima der Kolonien Sedschera, Rosch Pinah und Metulah ein gutes. Die dritte Ländzone ist von ziemlich geringer Ausdehnung, 117 •:;' j

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