Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1909-01-01 · Heft 4 · p. Seite 95

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 4
Article
Landwirtschaftliche Fragen
Date
1909-01-01
Page
Seite 95 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2379786-2379815-2379820-2382325--02394-2382378
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

den, z. B. auf Feldern der Ebene, auf denen die Mehrheit der Weinberge von Sichron Jakob gepflanzt sind, ist es gar nicht zweckmässig, Weinberge zu pflanzen. Den geringsten Ertrag bringen die Oliven. Dafür aber sprossen sie auch auf Felsenerde und an sonstigen für nichts anderes verwertbaren Orten. Dabei verursachen sie keine Ausgaben, weder beim Pflanzen noch während der Zeit ihres! Wachstums, und ihr Ertrag nimmt zudem von Jahr zu Jahr zu. Ausserdem sind sie dauerhafter als alle übrigen Pflanzungen jin Palästina. Es ist dabei jedem Bauern zu raten, jährlich eine beträchtliche Zahl Olivenbäume zu bauen, besonders an solchen Orten, die für andere Ausnützung nicht zu gebrauchen sind. Im letzten Jahre haben 13 Bauern den Versuch gemacht und eine Fläche von 25 ha mit Oliven bedeckt. III. Welche Erde darf man kaufen? Zu dieser Frage ist vielfach behauptet worden: „Es ist doch allgemein bekannt, dass der grösste Teil des palästinensischen Bodens Felsen und Kalkgrund und daher zum Bebauen ungeeignet ist." Als Beispiel weisen sie auf die Araber hin, diie trotz ihrer Sparsamkeit in grösster Armut lebten. Auch könne man nur unfruchtbaren Boden kaufen, da fruchtbares schwer zu finden und kaum zu bezahlen sei. Kurzum, man könne überhaupt kein Land kaufen, da gutes nicht zu bekommen und schlechtes! zwecklos sei. Unsere Bauern sind gewohnt, auf die Frage, welche Erde die schlechteste sei, zu antworten: die welche nicht uns gehört. Und es scheint, dass sie recht haben. Denn als Barbeh, der Gärtner des „Barons" den Kalkfelsenboden von ,,Bath Schlomah" besuchte, sagte er, sogar 200 ha davon würden nicht zur Erhaltung auch nur einer Familie ausreichen. Diese Kolonie umfasst jetzt 95 ha Landes. Der Boden wurde auf 8 Familien verteilt. Davon sind gegenwärtig noch 7 Familien an Ort und Stelle. (Unter ihnen lebt auch der Bauer, dessen1 Rechenbücher uns zur Verfügung standen.) Einige von ihnen erzählten uns, dass der Erntertrag im 1. Jahre ihrer Arbeit 4800, im 2. Jahre 5300, im 3. Jahre 5900, im 4. Jahre 7800, im 5. Jahre 17 200 Frcs. betri^gü Während dieser Zeit ist kein Boden hinzugekauft worden. Dieses schnelle Steigen des Ernteertrags erklärt sich aus der Sorgfalt ihres Düngens, aus der Erzielung eines guten Sommerackers und hauptsächlich auch aus ihrer Arbeitsfreudigkeit. Die benachbarten Felder der Araber bringen noch jetzt die gleichen geringen Produkte hervor wie vor Jahren. Ja, oft ist ihre Ernte noch armseliger als in früherer Zeit. Ihre Felder sind um mässige Preise käuflich. 95

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.