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Palästina · 1909-01-01 · Heft 4 · p. Seite 96

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 4
Article
Landwirtschaftliche Fragen
Date
1909-01-01
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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Wie unrichtig die Behauptung ist, dass die Felder der Ebene besser sind als die Bergfelder, ersehen wir daraus, dass die Bergfelder denselben Ertrag lieferten wie die der Ebene, wenn sie nur gut bearbeitet werden. In guten Jahren haben die Bergfelder von „Bath Schloma" viel mehr als die Ebene von „Byrg" produziert, und in einem schlechten Jahre hat die Ebene von „Marach" viel weniger getragen als die schlechten Felder von „Schifih". Die Felder der Ebene haben nur den Vorzug, dass sie leichter zu bearbeiten sind, da man sie nach europäischer Art behandeln kann. Aber wir haben schon praktisch die Erfahrung gemacht, dass man durch eine kleine Vorbereitung auch die Bergfelder mit europäischen Geräten bearbeiten kann. Vor altem aber kann man Bergfelder in umfangreichen Flächen kaufen, da sie dreimal billiger sind als die Felder der Ebene. Dazu kommen noch solche Flächen, welche umsonst abgetreten werden und die noch gut geeignet sind als Weide oder für Olivenpflanzungen benützt zu werden. Es scheint daher nicht richtig zu sein, nur Felder der Ebene zu kaufen und gegen die Bergfelder Widerwillen zu haben, weil sie nur in grossen Flächen käuflich sind. — UMSCHAU. Die Umgestaltung des türkischen Reiches in eine konstitutionelle Monarchie wird allenthalben als ein dem türkischen Zionismus und der zionistischen Kulturtätigkeit in Palästina -ungemein günstiger Vorg'ang richtig erkannt. Trotzdem wird die rasche Wandlung der Dinge Erscheinungen zeätig-ein, die nur aus einer gewissen Ueberstürzung der Entwicklung erklärlich sind. So wird der Boykott, der Salioniker Juden traf, das vereinzelte Vorkommnis einer Uebergangszeit bleiben. — Der im jungen Parlament sich geltend machende Gegensatz einer Partei mit partikulaTistisch-autOinomischen Tetlidenzen (Griechen, Bulgaren, Kutzowa]- lachen, Araber, Armenier) und einer Partei des Reichseinheits-Gedaixkens (Jungtürken) wird dem osmarijischen Reich im allgemeinen gefahrvoll sein: Palästina, für das höchstens die separatistischen Neigungen der Araber von Bedeutung sind, hat; unter diesem Zwiespalt nicht oder wenig zu leiden. Die von den Jungtürken1 sich abspaltende Decentralisationspärtei des Prinzien Sabaheddin, vertritt, wie Walter Fischer klug auseinandersetzt (Jüd. R. 12. III;) nur eine spätere Entwicklungsnotwendigkeit des türkisdhenj "Reiches. Die Jungtjürken haben ein Gegeuwarts-, der Prinz das Zukunftsprogramm,. —. Eine bedauerliche Folge der durch die Neuordnung gewährten Pr(essfrciheit ist »die Gründung neuer jüdischer Zeitungen in Jerusalem, deren Sprache nicht hebräisch ist. Solche Unternehmungen sollten Von vornherein seitens der Bevölkerung eine kühle Ablehnung erfahren. Es gibt im Heiligen Lande nur eine jüdische Sprache. Hingegen ist der vor kurzem', gegründete Verlag „Achdus" (i. Heft S. 25 f.) mit zwei kleinen Ihebräischen Broschüren, deren eine das Wesen der Frei- 96

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