Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die neue Türkei
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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der gemäss den heiligen Verordnungen des Scherifs das Leben, die Güter und die Ehre aller sicherten. Durch die heilsame Wirkung des Tanzimats konnte sich der Staat bis jetzt auf dem Wege der Sicherheit halten und es gelang uns, heute das Werk dieser Konstitution, die das Resultat freiheitlich formulierter Ideen und Anschauungen ist, zu begründen und verkünden. In dieser glücklichenStunde, darf ich mit besonderer Andacht das Andenken und den Willen meines hohen Vaters in Erinnerung bringen, der verdientermassen als der Regenerator des Reiches betrachtet wurde. Ich zweifle nicht, dass er selbst die konstitutionelle Aera, in die wir heute eintreten, feierlich verkündet hätte, wenn die Epoche der Gründung des Tanzimats den Forderungen unserer Tage angepasst worden wäre; aber die Vorsehung hatte die Sorge der Vollendung dieser glücklichen Umgestaltung, welche die höchste Garantie des Wohlstandes unserer Völker bietet, unserer Regierung aufbewahrt. Ich sage dem Himmel Dank, dass ich sein Werkzeug sein konnte. Es war offensichtlich, dass das Prinzip unserer Regierung mit den allmählichen Aenderungen, die in unsere innere Verwaltung eingeführt wurden, und der wachsenden Entwicklung unserer äusseren Beziehungen unvereinbar geworden war. Unser tiefstes Verlangen ist es, auf immer alle Fesseln, welche die Nation und das Land an einem ihren natürlichen Mitteln entsprechenden Gedeihen hindern, verschwinden zu lassen und endlich unsere in den Besitz der einer zivilisierten Gesellschaft zukommenden Rechte gebrachten Untertanen sich in dem einen Gedanken des Fortschritts, der Einheit und Eintracht verschmelzen zu sehen. Es war zur Erreichung dieses Zieles notwendig, eine heilsame und geregelte Regierungsform anzunehmen, die unantastbaren Rechte der Regierungsgewalt durch Hintanhaltung der Fehler und Missbräuche jeglicher Natur, die das Resultat ungesetzlicher Handlungen d. i. willkürlicher Herrschaft eines oder einiger Individuen sind, zu beschützen; diese selben Gesetze in Einklang zu bringen, sie den verschiedenen Mitgliedern der unsere Gesellschaft zusammensetzenden Gemeinschaften vorzuschreiben und diese unterschiedlos in den Genuss der Wohltaten der Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit zu setzen: das waren damals die einzigen Mittel, alle Interessen zu sichern und beschützen. Ans diesen wesentlichen Prinzipien floss die Notwendigkeit eines anderen hervorragenden nützlichen Werkes, die der Befestigung des öffentlichen Rechtes durch ein beratendes konstitutionelles System. 4 Deshalb haben wir in dem von uns gelegentlich unserer Thronbesteigung verkündeten Chatt die Dringlichkeit der Schaffung eines Parlaments erklärt. 84