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Palästina · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Das jüdische Kolonisationsgebiet Judäas
Date
1909-01-01
Page
Seite 19 (sequence 4)
Language
German
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präge als anderwärts. Charakteristisch ist auch die Gründung ziemlich städtischer Hotels in diesen beiden Kolonien. Etwa zwei Stunden südwestlich von Rischon, eine Stunde von der Eisenbahnstation Ramleh entfernt, liegt Reh o bot. Gleichfalls hochgelegen, mit breiten Strassen, deren Häuser sämtlich von weiten Wirtschafts- und Gartenkomplexen umgeben sind, scheint die Kolonie auch äusserlich dem Ideale des halbstädtischen Dorfes näherzukommen. Weiterhin sichtbar sind die Kellereien und die Synagoge, letztere auf einem Hügel erbaut. Rings um die Kolonie sind neuerdings viele Orangerien zum Teil auf gesellschaftlicher Grundlage (auch von der Geulah und dem Pflanzungsverein) gepflanzt worden, ausserdem wird Getreide, Obst und Gemüse gebaut und ist wenigstens für den heimischen Bedarf Milch- und Viehwirtschaft ausgebildet. Erfreulich ist die physische und geistige Entwicklung der jungen Leute, die mehr als in den anderen Kolonien mit der Heimat verwachsen erscheinen und mehr und mehr einen neuen intelligenten Bauerntypus repräsentieren. Auch besteht zwischen den eingesessenen Kolonistenführern und den zugewanderten Arbeiterin ein gutes Zusammenleben, wie auch die wirtschaftlichen Verhältnisse der Arbeiter besser zu sein scheinen als anderswo. Bemerkenswert ist, dass die Kolonie eine gute Schule und Bibliothek von mehr als 800 Bänden besitzt. Gerade an dieser Kolonie zeigten sich deutlich die wohltätigen Folgen einer selbständigen, vom bekannten Wohltätigkeitsysteme unberührten Entwicklung. Je weiter wir uns von Jaffa entfernten, desto mehr tragen die Kolonien dörfischen, jüdisch-dörfischen Charakter. Dies gilt allerdings auch schon von dem näheren W a d i Chan in, das nur eine ganz kleine Schule besitzt, die allerdings jetzt, nachdem ein Neubau schon fertig ist, auch eine Erweiterung erfahren dürfte. Trotzdem gerade hier der Boden wasserreich und für Pflanzungen sehr geeignet sein soll, konnte die Kolonie infolge der Armut der Bewohner und des Mangels an verfügbarem Land noch nicht recht gedeihen, und erst jetzt sollen auf gesellschaftlichem Wege neue Orangerien usw. seitens der Kolonisten angelegt werden. Heute sticht die Kolonie selbst in einer gewissen Aermlichkeit von den umgebenden grossen mit modernen Mitteln bearbeiteten Ginindbesitzungen ab. Die entlegensten Kolonistendörfer, sechs bis zehn Stunden südlich von Jaffa, sind Gederah und Beer -Tobiah, häufig nach den benachbarten Araberdörfem Katra und Kastinieh benannt. Katra, weithin sichtbar auf einer Anhöhe gelegen, macht mit seiner einzigen Reihe heller, schmucker Häuschen einen sehr freundlichen Eindruck. Hier scheinen die Kolonisten mehr als in den anderen Kolonien Bauern zu sein, deren Lebensertrag an die eigene Arbeit gebunden ist. So entspricht auch der Anbau grösstenteils dem häuslichen Bedarf. 19

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