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Palästina · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Ein jüdisches Zentrum
Date
1909-01-01
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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die Schule und führen auch gerne in ihren Talmud-Thoraschulen den Unterricht im Arabischen und Rechnen ein. In einigen haben sie auch Hebräisch als Unterrichtssprache eingeführt. Die Aschkenasim haben eine besondere Gemeinde, besondere Rabbiner und eigene Chalukkah. Die Gemeinde ist von der Regierung nicht anerkannt und existiert nur durch den inneren Zusammenschluss der Mitglieder und durch die moralische Macht der Rabbiner. Auch die Aschkenasim haben sich den arabischen Talar und Gürtel angeeignet. Sie tragen jedoch Hüte. Samstag legen sie, auch in den heissen Sommertagen, Pelzhüte und Plüschtalare an. Alle haben lange, krause Pejes. Die Frauen rasieren den Kopf, und ihr Gesicht sieht deswegen zart und weiss aus. Der jüdische Typus der Aschkenasim ist hier viel vornehmer als bei uns. Vom .Studieren sehen auch viele durchgeistigt aus. Unter dem Pelzhut sieht man oft schöne, edle Christusgesichter. Die Mehrzahl der, Aschkenasim sind ebenfalls Handwerker und Krämer, weil die Chalukkah nicht zum Lebensunterhalt hinreicht. Als ganzes Auskommen erhalten sie mir Rabbiner, Schochtim, Dajanim, Schamossim und Lehrer in Jeschiwoth- und Talmud-Thoraschulen. Die anderen bekommen eben nur den auf sie entfallenden Teil der Chalukkah. Die ungarische Chalukkah, die die reichste ist, gewährt allen den vollständigen Lebensunterhalt. Auf die bessarabischen oder wolhynier Juden entfällt im ganzen drei Kronen jährlich pro Person. Die Aschkenasim, die schon lange in Jerusalem wohnen oder dort geboren< wurden, können auch arabisch reden. Das Hebräische sprechen sie sehr schlecht. In Jeschiboth, Talmud-Thioras und Chejdarim wird noch immer im Jüdischen unterrichtet. Die Mugrabim wohnen schon seit sehr langer Zeit in Jerusalem. Sie kamen aus Marokko. Ihre Sprache ist das Arabische. Durch den engeren Zusammenhang mit den Sephardinr haben sie sich auch den spanischen Jargon angeeignet. Die Juden aus Syrien und Mesopotamien sind erst seit kurzer Zeit in Jerusalem. Ihre Sprache ist das Arabische. Sie unterscheiden sich in ihrer Lebensweise nur sehr wenig. Es gibt auch Männer, die kaum lesen können. Sie sind sehr arm, und ihre Armut in der Heimat brachte sie!nach Jerusalem. Ihre Kinder besuchen in grosser Zahl die Kindergärten und Schulen und werden mit der Zeit ein nützlicher und kultureller Teil der Bevölkerung werden. Die Grusinier sind sehr gering an Zahl. Auch in Jerusalem tragen sie ihre kaukasische Kleidung. Sie sind Arbeiter^ Fuhrleute und Kleinhändler. Einen wichtigeren Platz in der Gemeinde nehmen die Teimoner, Bucharer und persischen Juden ein. Die Teimoner begannen erst in den letzten Jahren nach 11

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