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Palästina · 1911-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 51

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 1-2
Article
Die Ziele der Palestine Land Development Company Ltd.
Date
1911-01-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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Zur Abhilfe all dieser Hemmnisse der Kolonisation ist die Palestine Land Development Company Ltd. gegründet worden. Ihr Geschäftsplan ist folgender: a) Bodenerwerb. Sie unterhält juristische und agronomische Beamte in Palästina und kann dadurch verhältnismäßig leicht die Schwierigkeiten des Landerwerbes überwinden. Sie will größere Landstücke, sobald sie aus arabischen Händen angeboten werden, erwerben, um sie im Verlauf von einigen Jahren durch jüdische Arbeiter unter der Leitung eines Agronomen in Kultur zu bringen, sie mit Straßen und Brunnen zu versehen und dann an Juden weiterzuverkaufen. b) Parzellierung für eigene Rechnung. Vorbildlich sind für sie bei ihrer Tätigkeit die Methoden, welche in den östlichen preußischen Provinzen die deutsche „Landbank", die polnische „Bank Ziemski" und die preußische Ansiedlungskommission bei der Ansiedlung von Bauern befolgen. Allein die Ansiedlungskommission hat in der Zeit von 1886 bis 1907 353.383 Hektar (= ca. 4,000.000 Dunam) Land für 306 Millionen Mark von Großgrundbesitzern erworben und auf diesem Lande bisher mehr als 12.000 Bauernwirtschaften neu geschaffen. Aber auch die Polen haben, obwohl sie natürlich überall auf den Widerstand der preußischen Regierung stießen, Tausende neuer Wirtschaften begründet, und diese Leistung verdient um so größere Beachtung, als sie mit geringen Mitteln (die zwischen 1890 und 1905 gegründeten polnischen Pärzellierungsgenossenschaften hatten im Jahre 1905 ein Kapital von nicht mehr als 2,160.000 Mark) zustande gebracht ist. Die Erfahrungen, welche all diese zwecks Schaffung neuer Bauernwirtschaften gegründeten Institute, insbesondere die preußische Ansiedlungskommission, während einer zwanzigjährigen Tätigkeit erworben haben, die genaue Beobachtung aller Zustände und Verhältnisse in den neu gegründeten Bauernkolonien haben eine Parzellierungswissenschaft entstehen lassen, die dem Ziele dient, auf die bestmögliche Weise eine standesbewußte, wirtschaftlich starke bäuerliche Bevölkerung und zahlreiche, mit den vollkommensten wirtschaftlichen Wohlfahrtseinrichtungen ausgestattete Gemeinwesen (Kolonien) zu schaffen. Die Umwandlung vom Großgrundbesitz in bäuerliche Dörfer ist ein Prozeß von einiger Dauer. Die Ansiedlungskommission beginnt nicht sofort, nachdem sie ein Gut erworben hat, mit der Parzellierung. Das Gut wird vielmehr zunächst im Auftrage der Kommission von einem Verwalter weiter bewirtschaftet, der zugleich die notwendigen Vorbereitungen für die Parzellierung, zu treffen hat. Je nach der Lage, der Qualität des Bodens werden während dieser sogenannten „Zwischenwirtschaft" Bodenverbesserungen durch Düngung vorgenommen, Wege angelegt, Gräben gezogen, Drainagen durchgeführt: alles Dinge, die von einer einheitlichen Zentralstelle aus am zweckmäßigsten getan werden können. Dann wird der Boden In kleine bäuerliche Parzellen geteilt, die in der Regel 10 bis 15 Hektar groß sind. Um eine solche Ansiedlerstelle zu übernehmen und mit Gebäuden zu versehen, ist eine Anzahlung von 7000 bis 8000 Mark notwendig. Wer nur etwa 4000 Mark hat, wird als Pächter angesetzt. Endlich siedelt die Kommission auch Arbeiter an. Eine Arbeiterstelle umfaßt 1 bis' l1/* Hektar und um eine solche zu erwerben, bedarf es eines Kapitals von nur 225 Mark. Bei dem Aufbau der Gebäude hilft die Kommission durch Gespannleistung und sie überläßt die Baumaterialien zum Selbstkostenpreis. Nach dieser Methode gedenkt auch die PLDC. zu verfahren. Auch sie will ein gekauftes größeres Grundstück zuerst durch einen landwirtschaftlichen Verwalter bewirtschaften lassen, der mit Lohnarbeitern den Boden in bessere Kultur bringt und ihn durch Anlegung von Wegen und 5t

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