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Palästina · 1911-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 36

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 1-2
Article
Die Anlage von Pflanzungen in Palästina
Date
1911-01-01
Page
Seite 36 (sequence 3)
Language
German
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3. M a n d e 1 n. Die Mandelkultur dürfte in Palästina noch eine große Zukunft haben, da die Mandelpflanzungen bisher noch nicht sehr ausgedehnt sind und in absehbarer Zeit nicht zu befürchten ist, daß die palästinensische Mandel den Weltmarktpreis für Mandeln herabdrücken wird. Die Anlagekosten sind verhältnismäßig gering und die Kultur ziemlich einfach. Die Mandelernte in Palästina beginnt im August. Die Mandeln dienen zum Teile zur Deckung des palästinensischen Bedarfes, zum Teil werden sie ins Ausland, besonders nach Aegypten exportiert. Störend macht sich geltend, daß bisher die Mandeln, die bekanntlich eine mehrfache Schale haben, noch durch Arbeiter einzeln von der äußeren fleischigen Schale befreit werden müssen. Maschinen zur Schalenentfernung sind in Palästina bisher noch nicht eingeführt. 4. Oliven. Der Olivenbaum ist eines der ältesten einheimischen Gewächse Palästinas und hat vielleicht in Palästina oder Syrien seine Heimat. Obwohl im Altertum die Olivenkultur noch viel verbreiteter gewesen zu sein scheint als jetzt, so finden sich auch jetzt noch überall in Palästina große Olivenpflanzungen, insbesondere bei Ramien (zwischen Jaffa und Jerusalem), ferner bei Nablus und im ganzen nördlichen Palästina. Bei den Arabern ist allgemein der Glaube verbreitet, daß der Olivenbaum seiner Natur nach in dem einen Jahre eine gute, im folgenden Jahre eine schlechte Ernte geben muß, und tatsächlich ist dies in den arabischen Pflanzungen der Fall. Es wird aber nicht durch die natürliche Beschaffenheit des Baumes herbeigeführt, sondern dadurch, daß die Araber die reifen Früchte mit Stöcken abschlagen und dadurch die Triebe des nächsten Jahres beschädigen. In den jüdischen Kolonien, wo man auf Grund dieser Erkenntnis die Früchte nicht abschlägt, sondern mit der Hand abnimmt, trägt der Olivenbaum alljährlich ziemlich gleichmäßig Frucht. Das aus den Oliven gewonnene Oel hat zu Speisezwecken und zur Bereitung von Seife einen fast unbeschränkten Absatz zu lohnenden Preisen. Gegenwärtig wird das in Palästina erzeugte Oel zur Deckung des eigenen Bedarfs des Landes gebraucht und nur geringe Mengen werden in guten Jahren exportiert. Die Olivenkultur hat vor allen anderen Kulturen den Vorzug, daß der Olivenbaum ein außerordentlich hohes Alter (mehr als 100 Jahre) erreicht und eine Olivenpflanzung mehreren Generationen Existenz bieten kann. Bei den anderen Pflanzungen (Wein, Orangen, Mandeln, Aprikosen) wird man damit rechnen müssen, daß sie nach 20- bis 30jähriger Fruchttragung ihre Ergiebigkeit vermindern und später ganz einbüßen. Genaues läßt sich hierüber allerdings nicht sagen, weil die .ältesten Pflanzungen in den jüdischen Kolonien kaum 20 Jahre alt sind. Die Aufzucht des Olivenbaumes in den ersten Jahren erfordert große Sorgfalt und es dauert, selbst wenn Bäume aus einer Baumschule gepflanzt werden, die bereits zwei Jahre alt und veredelt sind, sieben bis acht Jahre, bis der Baum die ersten F. üchte trägt, und 12 Jahre, bis er in vollen Fruchtertrag kommt. 5. Aprikosen. Der Aprikosenbaum (in Palästina Mischmisch genannt) ist dem Mandelbaum verwandt und seine Kultur der desMandelbaumes ganz ähnlich. Nur kann die Frucht wegen ihres leichten Verderbs in frischem Zustande nicht weiter als höchstens nach Aegypten exportiert werden und ist deshalb, solange keine Konservenfabriken für die Verarbeitung von Aprikosen existieren, auf den palästinensischen und bestenfalls den ägyptischen Markt angewiesen. Die Folge davon ist, daß die Preise für die Früchte in guten Jahren ziemlich niedrig sind, da die gesamte Ernte im Laufe von ungefähr einem Monat auf den Markt kommt und hier sofort losgeschlagen werden muß. In der folgenden Tabelle sind für die vorstehend erwähnten fünf Kulturgewächse alle Angaben, die zur Berechnung des Anlagekapitals und der Rentabilität notwendig sind, zusammengestellt. 36

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