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Palästina · 1911-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 29

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 1-2
Article
Die Arbeitergenossenschaft in Umdjuni
Date
1911-01-01
Page
Seite 29 (sequence 3)
Language
German
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Die Herren......verpflichten sich, der Gesellschaft am Ende einer jeden Woche einen Bericht über die Tätigkeit in der Wirtschaft und ein Verzeichnis aller Einnahmen und Ausgaben zu übersenden." Nachdem von den Verwaltern ein Wirtschaftsplan und ein Etat für das Jahr aufgestellt war, der Ausgaben in Höhe von 7490 Frcs. vorsah, wurden den Verwaltern vier Paar Maultiere und das sonstige notwendige Inventar aus der Farm Kineret gegen Quittung übergeben. Die Arbeit wurde am 1. Dezember aufgenommen, d. h. ein bis zwei Wochen nach der regelmäßigen Bestellzeit. Infolge dieser späten Bestellung gab es bei der ersten Frucht (Pferdebohnen) keine zufriedenstellende Ernte Dagegen war die Weizenernte eine gute. Die Arbeiter arbeiteten während des ganzen Jahres mit großem Eifer, führten Kassa und Bücher nach dem ihnen angegebenen Schema mit großer Sorgfalt und lebten mit den arabischen Nachbarn, mit denen sie Tür an Tür wohnten, in bestem Einvernehmen. Ihr Arbeitseifer wurde auch dadurch nicht geschmälert, daß infolge der Schwierigkeiten einer regelmäßigen Verproviantierung und Verpflegung der Gesundheitszustand oft zu wünschen übrig ließ. Die Gewinn- und Verlustrechnung, die am Ende des Wirtschaftsjahres vorgenommen wurde, ergab einen Reingewinn von 4437.80 Frcs., wovon die Arbeiter vertragsgemäß die Hälfte, d. h. 2218.90Frcs. erhalten, so daß auf jeden der sieben Arbeiter (ein Arbeiter war im Laufe des Jahres hinzugekommen) ein Gewinn von zirka 320 Frcs. entfällt. Außerdem hatte jeder Arbeiter während der ganzen Zeit einen Monatslohn von 45 Frcs. erhalten, der zur Bestreitung seines Unterhaltes ausreichte, sodaß ihm der Gewinn am Ende des Jahres als reiner Ueberschuß verblieb. Dieses Resultat kann als ein durchaus günstiges bezeichnet werden und ermutigt auf dem bestrittenen Wege fortzufahren. Es hat sich gezeigt, daß die Arbeiter unter dem Gefühle der eigenen Verantwortlichkeit und der hohen Gewinnbeteiligung ebensogut oder sogar noch besser arbeiten und das Inventar besser behandeln als unter der Aufsicht eines Verwalters. Der Gewinn, den jeder Arbeiter erzielt hat, kann ihm als Sparfonds dienen, mit dessen Hilfe er sich, wenn die nächsten Jahre dasselbe Resultat bringen, alhnählig aus eigener Kraft ein eigenes kleines Häuschen mit Gemüseland und Inventar erwerben und zur Familiengründung schreiten kann. Allerdings muß ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß das Resultat eines Jahres nicht vollständig beweiskräftig ist und daß man mehrere Jahre abwarten muß, ehe man ein definitives Urteil wird fällen können, ob und unter welchen Bedingungen die genossenschaftlichen Betriebe den Administrationsbetrieben überlegen sind. In jedem Falle zeigt der Versuch, daß die Lage der tüchtigen Arbeiter in Palästina durchaus nicht hoffnungslos ist und daß die Bestrebungen der P. L. D. C, die Arbeiter aus eigener Kraft und auf rein geschäftlicher Basis allmählig zur Selbständigkeit zu führen, durchaus der Verwirklichung fähig sind. 29

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