Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- Die Arbeitergenossenschaft in Umdjuni
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379838-2379840-2381870--03408-2381943- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Auch die P. L. D. C. ist bei dem Versuche nicht zu kurz gekommen. Sie hat für die Ueberlassung von 1000 Dunam Land, Inventar und Betriebsausgaben im Gesamtwerte von zirka 45.000 Frcs., 2218 Frcs., d. h. eine Verzinsung von fast genau 5 Prozent erzielt, was in Anbetracht der schwierigen Bewirtschaftung in einem provisorischen Wirtschaftsgebäude und unter ganz neuen Verhältnissen recht günstig ist, zumal die folgenden Jahre, falls nicht Mißernten eintreten, eine Erhöhung versprechen. Im laufenden Jahre wird die Genossenschaft aus zehn Arbeitern bestehen und wird mit sechs Paar Maultieren zirka 1500 Dunam bearbeiten. Bericht der Palestine Land Development Company Ltd. Am 29. Dezember 1910 fand eine Sitzung des Direktoriums und die Generalversammlung der Aktionäre der Palestine Land Development Co. Ltd. statt. Der von dem Vorsitzenden der P. L D. C, Herrn Prof. W a r b u r g, über die bisherige Tätigkeit der Gesellschaft erstattete Bericht enthielt verschiedene Punkte, die das Interesse der Allgemeinheit beanspruchen dürften. Die Farm Kineret. Die Einrichtung der Farm Kineret war mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Als die P. L. D. C. das Land in Besitz nahm, war dasselbe von den früheren Besitzern noch nicht vollständig geräumt, und außer einem kleinen, halbverfallenen Gebäude waren keinerlei Unterkunftsräume vorhanden. Es galt, sich mit den feindseligen Vorbesitzern und Nachbarn auseinanderzusetzen, die herumschweifenden Beduinen, die mit ihren Herden aufs Land kamen, an die Respektierung des jüdischen Eigentums zu gewöhnen, die Wirtschaftsgebäude zu erbauen und für einen Ort, der bis dahin vollständig unbewohnt war, die richtigen Verbindungen für Verproviantierung usw. zu finden. Es ist der P. L. D. C. gelungen, all dieser Schwierigkeiten Herr zu werden: Neben der Farm ist jetzt bereits von der Jewish Colonisation Association eine kleine Kolonie angelegt worden und der Platz ist damit nicht nur zu einer jüdischen Ansiedlung, sondern infolge seiner günstigen Lage zwischen der Eisenbahnstation S e m a c h, der jüdischen Kolonie M e 1 h a m i e und der Stadt T i b e r i a s sogar schon zu einem kleinen Verkehrsknotenpunkt geworden. Der Wert des Bodens ist dadurch natürlich erheblich gestiegen. Andererseits hat die Bewirtschaftung des Bodens durch die Schwierigkeit der landwirtschaftlichen Arbeit in der ersten Zeit, durch die schwierige Beschaffung aller notwendigen Geräte und Lebensmittel, durch die notwendige Auseinandersetzung mit den Vorbesitzern und Nachbarn, sowie durch die Feindseligkeiten der Beduinen, die einmal einen regelrechten Ueberfall auf die Farm machten und eine Zeitlang die Arbeit störten, viele Ausgaben verursacht, die naturgemäß nicht wieder sofort 30