Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 265

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Jüdische Organisationen in Palästina
Date
1907-09-01
Page
Seite 265 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2379786-2379797-2379803-2381631--01273-2381767
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 265 — dische Jugend zum Zwecke der Förderungder Eintracht und der Ausbreitung der hebräischen Sprache zusammenführt, beide in Jaffa. B'ne Brith Logen — vielleicht noch nicht ganz einwandfrei arbeitend — gibt es in Jerulalem und Safed. Aus dem Skizzierten wird wohl der Nutzen der Organisationen hervorgegangen sein. Leider fehlen noch recht viele. Und da es leicht möglich ist, daß diese Zeilen den Ausbau der Organisationenmit anregen können, so sei auch einigen Gesellschaften das Wort gesprochen, die dem Ansiedler bitter fehlen. Es gibt keinen jüdischen Ärzteverein, xlbgesehen von den wirtschaftlichen Gründen, wie sie die Ärztevereine in vielen Ländern befriedigen (Kranken-, Witwen-, Waisenkassen) ist der Verein aus den speziell orientalischen Verhältnissen heraus dringend geboten. Er müßte seinen Stand gegen das Eindringen unberufener Elemente schützen. Kurpfuscher und Apotheker quacksalbern in unerhörter Weise. Und was noch schlimmer ist, der Arzt ist auf die Gnade des Apothekers vielfach angewiesen. Der Apotheker weist nach Belieben die Kranken an die Ärzte. Pflege des Standesbewußtseins und Front gegen die Kurpfuscher und Apotheker wäre Aufgabe des ärztlichen Vereins. Aber vor allem Pflege der medizinischen Wissenschaft, Fortbildung und Ausbildung in den neuen Errungenschaften, gemeinsame jährliche Aussprache, gemeinsames Vorgehen gegen das Trachom, die Malaria und sonstige Krankheiten. Und noch ein weiteres: der Ärztestand^ des Landes muß mehr zusammenarbeiten. Die jüdischen Ärzte müssen sich persönlich nähern. Die Wirkung eines solchen Vereins läßt sich noch gar nicht übersehen. Schon das Bewußtsein, Mitglied eines ständig wachsenden ärztlichen Vereines zu sein, muß das Gefühl der Einsamkeit, das heute die meisten palästinensischen Ärzte beherrscht, zum Aufhören bringen. Und wie der Lehrer verein über beitragende Mitglieder verfügt, so wird der Ärzteverein auch sicher eine Eeihe von Kollegen des Auslandes als Gönner zählen dürfen. Die weiteren Perspektiven wie Schaffung gemeinsamer Krankenhäuser, eines bakteriologischen Institutes, einer medizinischen Bibliothek, Lesezirkels etc. können hier kaum eine Andeutung finden. Den Ärzten analog müssen sich die Apotheker konsolidieren. Die Zahl der jüdischen Apotheker dürfte heute schon 50 betragen und ist die ausschlaggebende im Lande. Daneben existieren noch deutsche, griechische etc. Die Chemikalien können gemeinsam aus Europa bezogen, einzelne Produkte selbst im Lande gewonnen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.