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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 264

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Jüdische Organisationen in Palästina
Date
1907-09-01
Page
Seite 264 (sequence 3)
Language
German
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und arbeitsloser Arbeiter gesehen hat, wird zugeben müssen, dass hier eine Eemedur unbedingt und bald geschaffen werden muß. Eine Handhabe könnten ihre eigenen Vereine abgeben. Leider gibt es noch mehrere Arbeitervereine und so bleibt es noch einem großen Manne aufgehoben, die einzeluen Gruppen zu einigen und den Grundstock für Arbeitslosen- und Krankenkassen etc. zu legen. Die Organisation gibt dem Arbeiter einen moralischen Halt, der heute vor dem Morgen bangt. Die Landarbeit ist meist Saisonarbeit, in vier toten Monaten findet der jüdische Proletarier in vielen Dörfern kein Brot. Daher auch die ungesunden Verhältnisse, wie sie im Sommer 1906 z* B. in Katra herrschten, wo die Arbeiter keine Ersatzleute für die Nachtarbeit zuließen, um etwas mehr verdienen zu können und dann großenteils erkrankten und ganz traurige Verhältnisse erdulden mußten. Wenden wir uns einmal einer andern Bevölkerungsschicht zu. Vorbildlich sind die Lehrer organisiert. Ihr Verein verfolgt zwar nur zu einem Teile wirtschaftliche Interessen, Aber auch in dieser Hinsicht hat er sich so recht bewährt. Die Lehrer haben durchgesetzt, daß keine Kolonie ihnen weniger als 100 Pranken bieten darf. Auf ihrer letzten Konferenz in Jaffa,kam auch schon die Gründung einer Witwen- und Waisenkasse zur Sprache. Der Organisation haben sich vorerst 80 Lehrer und etwa ebensoviele Freunde ihrer Bewegung angeschlossen. Die Melamdim sympathisieren mit ihrer geistigen Richtung nicht und sind deshalb an dem Verein nicht beteiligt. Ihr Los ist kein glänzendes. Die Bedeutung des Lehrervereins liegt fraglos in der Propagierung der hebräischen Volkssprache. Wie in Preußen, so hat auch in Palästina der Volksschullehrer gesiegt. Er hat sich die ganze Jugend gewonnen und erzieht ein neues, arbeitsames jüdisches Geschlecht. In der Organisation der Lehrer liegt die Sicherheit der Zukunft der hebräischen Sprache begründet. Die jährlich wachsende Schar dieser Männer hat sich verpflichtet, in nationalem Sinne zu wirken* Die Zentrale gibt manche Anregung, besorgt die Herausgabe hebräischer Lehrmittel, hat eine Einheitssprache geschaffen. Jeder einzelne hat an seinem Vereinsbruder einen Kampfgenossen und so mag ein schwacher ausscheiden. Der Kreis schließt sich und bleibt lest. Im Gegenteil der stärkere Zuzug gibt dieser Organisation die Hoffeung auf eine gute Zukunft. Der Nutzen der Organisation mag auch auf anderm Gebiete einleuchten, wenn wir eines Turnvereins gedenken und eines Geselligkeitsvereines, der die aschkenasische und sephar-

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