Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Die Aktiengesellschaft "Geulah", ihre Entstehung, Bedeutung und bisherige Tätigkeit
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 249 (sequence 7)
- Language
- German
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— 249 — werden. Ebenso soll für die rechtlichen Garantien, soweit sie im Kähmen der türkischen Gesetzgebung möglieh sind, Sorge getragen werden. Die Person, aut deren Namen der Kuschan lautet, muß sofort der A.-P. Co. urkundlich bescheinigen, daß der Boden faktisch weder ihr noch ihren Erben, sondern der Bank gehört. Originale der Dokumente werden von der A.-P 0., die Kopien vom Direktorium der „Geulah" aufbewahrt. Und schließlich sollen alle von der „Geulah" erworbene Ländereien in ein in der A.-P. 0. aufliegendes Grundbuch eingetragen, sowie alle weiteren Uebergänge des Besitzes von einer Hand in die andere notiert werden. Dieses Grundbuch spielt in Palästina eine große Rolle und gilt als eine sehr zuverlässige urkundliche Quelle für alle Bodenoperationen unter den Juden des Landes. Auf Grund solcher Bücher, die teilweise in den einzelnen Kolonien, teilweise in der A.-P. C, aufbewahrt werden, werden die Bodengeschäfte bei den jüdischen Kolonisten abgeschlossen, und noch niemals ist es zu Protesten oder sonstigen Mishelligkeiten zwischen den Interessenten gekommen. Auf dieser Grundlage sollte sich also die fernere Tätigkeit der „Geulah" in Palästina aufbauen und entwickeln, während die Leiter der Gesellschaft in Rußland es zur Aufgabe hatten, die Idee der „Geulath Haaretz" welter zu propagieren, neue Aktionäre heranzuziehen und die Kauflust für palästinensischen Grund und Boden in den verschiedensten jüdischen Kreisen zu wecken und zu fördern. Leider fiel der Anfang der Tätigkeit der reformiertön Aktiengesellschaft „Geulah" mit den traurigen Ereignissen in Russland in den Jahren 1905—6 zusammen, die bekanntlich eine jede normale öffentliche Tätigkeit unter den Juden Rußlands zu einem Dinge der Unmöglichkeit machten. Die im Anfang deshalb eingesetzte lebhafte Bewegung zu Gunsten der „Geulah" geriet ins Stocken und so ist es gekommen, daß zur Zeit, wo diese Zeilen geschrieben werden, nicht mehr als 3/ß des Grundkapitals etwa 60 000 Rubel realisiert wurden* Erst in der letzten Zeit scheint das Inseresse für die „Geulah" wieder aufzuleben und es sind Anzeichen vorhanden, daß es demnächst gelingen dürfte, das gesamte Grundkapital von 100 000 Rubeln einzukassieren. Der etwas verlangsamte Absatz der Aktien der Gesellschaft störte indes die Tätigkeit der „Geulah" in Palästina selbst keineswegs. Dank dem Ansehen, das sie in den weitesten Kreisen im Lande genießt und der weitgehendsten Kreditgewährung seitens der A.-P. C. hat es der „Geulah" bisher an Betriebskapital für ihre Operationen nicht gemangelt.