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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 238

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Die christlichen Kirchen in Palästina
Date
1907-09-01
Page
Seite 238 (sequence 12)
Language
German
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— 238 — eine Blindenanstalt. An Anstaltsinsassen zählte das Waisenhaus Ende 1905 340, wozu noch 53 Angestellte kommen. Das Aussätzigen-Asyl „Jesus - Hilfe" bei Jerusalem wurde 1867 errichtet und steht unter der Leitung der Herrnhuter Brüdergemeinde; 1905 beherbergte es 60 Kranke. Neben diesen Anstalten um Jerusalem treibt der 1852 in Berlin gegründete „Jerusalems-Verein" eigentliche Missionsarbeit durch Gründung arabischer Gemeinden und Schulen in und um Bethlehem. Er geht mit dem jungen schwedichen Jerusalems- Verein Hand in Hand und unterhält Stationen in Bethlehem, Bet Dschala, Bet Sahur, Hebron. Ausserdem trägt er die Fürsorge für die deutschen evangelischen Gemeinden in Jaffa und Haifa und hat 1898 bei Bethlehem das „Armenische Waisenhaus" begründet, das sich gleich dem Syrischen Waisenhause allmählich zu einer arabischen Erziehungsanstalt entwickelt hat. Es zählt 50—60 Insassen. Genaueres über die „Evangelisationsarbeit im heiligen Lande" brachte „Altneuland" 1905 S. 26—28. Viel wichtiger als die deutschen Gemeinden sind für die Entwickelung des Landes die Niederlassungen der schwäbischen Templer geworden. Die religiösen Beweggründe, die sie 1868 zur Absonderung von den evangelischen Landeskirchen und zur Besiedelung Palästinas trieben, sind in den Hintergrund getreten; ihre Bedeutung liegt in der Kulturmission, die sie fort und fort an dem Lande erfüllen. Sie haben in wenigen Jahrzehnten fünf blühende Kolonien bei Jerusalem, Jaffa, Haifa und in Sarona und Wilhelma geschaffen und sind mit dem Boden und dem bürgerlichen Leben Palästinas verwachsen. Eingehende Angaben über den gegenwärtigen Bestand brachte „Palästina" (Jahrgang I, 1902 S. 233—235). Ihre wirtschaftliche Tätigkeit hat den Grund zu der deutschen Einflusssphäre gelegt, die durch die Kaiserreise und ihre Wirkungen erheblich verbreitert ist. Ihnen ist es zu danken, dass der Deutsche nicht bloss als ein Fremdling gegenüber Land und Volk dasteht wie z. B. der Franzose, der es wohl zu zahlreichen Pilgerniederlassungen im Lande, aber nicht zu Kolonien gebracht hat. Festen Fuss und damit einen nicht zu unterschätzenden Einfluss hat vielmehr die lateinische Kirche nur durch die ihr unierten lateinischen Kirchenkörper gewonnen. Was das Verhältnis der drei Kirchen untereinander betrifft, so sind Griechen und Lateiner geborene Feinde, deren Gegensatz durch den exklusiven Geist der römischen Mission wach-

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