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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 236

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Die christlichen Kirchen in Palästina
Date
1907-09-01
Page
Seite 236 (sequence 10)
Language
German
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— 236 — werden; daneben besitzt sie eine Reihe ärztlicher Stationen, Hospitäler und Polikliniken. Im ganzen arbeitet sie auf 8 Haupt- und 27 Nebenstationen (darunter einer in es-Salt im Ostjordan lande). Es stehen nach Angaben, deren Zuverlässigkeit ich nicht nachprüfen kann, 8 englische und 10 arabische Geistliche, 1 englicher und 61 arabische Lehrer, 40 englische und 55 arabische Frauen an der Arbeit. Dem Umfang nach ist die C. M. S. jedenfalls die bedeutendste protestantische Missionsgesellschaft. — Ausserdem ist in Nazareth die E dinburgh Medica Mission durch ein protestantisches Spital vertreten, und der weiblichen Erziehung im Lande widmet sich die Londoner Female Educatier Society, die seit 1878 in Bethlehem eine Erziehungsanstalt für künftige Lehrerinnen und in Nazareth ein Waisenhaus mit ca. 100 Mädchen unterhält. Alle diese Gesellschaften sind ebenso wie die in den Nachbarländern arbeitenden dem anglikanischen Bischof in Jerusalem unterstellt. Das Bistum ging im Jahre 1841 aus der englisch-preussischen Union hervor. Die europäischen Grossmächte hatten durch ihre Intervention gerade Syrien der Türkei zurückgegeben, als König Friedrich Wilhelm IV. von Preussen die Genehmigung des Sultans zur Gründung eines evangelischen Bistums in Jerusalem einholte. Bei der Ausführung lehnte er sich, um den Eindruck der Rivalität bei den Orientalen zu vermeiden, an England an, dessen Missionare bereits im Lande tätig waren; und unter mancherlei der Selbständigkeit Preussens nicht gerade förderlichen Konzessionen kam das englisch-preussische Bistum auf dem Zion zu stände. Der erste Bischof, selber ein Konvertit, widmete sich in seiner kurzen Amtszeit (1842—45) der Judenmission; sein Nachfolger Samuel Gobat schuf in 33jähriger Arbeit (+ 1879) durch evangelische Gemeinde- und namentlich Schulgründungen das Werk, das jetzt unter der Pflege der C. M. S. steht. Denn der- Vertrag mit England wurde 1886 wieder gelöst; das Bistum wurde in Zukunft von englischer Seite allein verwaltet, und Preussen- Deutschland erhielt eine seinem Ansehen daheim und seiner Bedeutung im Orient angemessenere Stellung. Das von Kaiser Wilhelm IL 1889 ernannte Kuratorium der Evangelischen Jerusalemstiftung übernahm nun mittelst der freigewordenen Gelder und eines in der preussischen Landeskirche eingesammelten Kollektenfonds die „Erhaltung der bestehenden und die Schaffung; neuer evangelischer kirchlicher Einrichtungen in Jerusalem und die Unterstützung der evangelischen Gemeinde daselbst."

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