Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Die christlichen Kirchen in Palästina
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 235 (sequence 9)
- Language
- German
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— 235 — Kunderts die Judenmission in Angriff. Es war unter den damaligen politischen Verhältnissen der Türkei die einzig mögliche Arbeit, aber auch sie erfuhr infolge eben dieser Verhältnisse von 1828 bis zum Herbst 1833 eine Unterbrechung. Die Amerikaner siedelten nun nach Beirut über, während die hochkirchliche Londoner Missionsgesellschaft die Arbeit in Jerusalem straffer organisierte. In den 40 er Jahren folgten einander das Hospital, das Industriehaus und die Christuskirche (innerhalb des Jaffatores), das nächste Jahrzehnt brachte Knaben- und Mädchenschulen, Buchladen, Arbeitsraum für Mädchen und Poliklinik. 1845 war die Arbeit auch in Jaffa mit einer Nachtschule und einem Bibeldepot aufgenommen, 1885 wurde in Safed die „Ärztliche Mission" begründet, nachdem schon von 1843—56 dort ein Versuch gemacht worden war. Der umfängliche Apparat dieser Mission erfordert einen riesigen Kostenaufwand, dem die Erfolge nicht entsprechen. In der Christuskirche sammelt sich gegenwärtig ziemlich regelmässig eine Hebrew Christian Association von 100—150 Seelen, sie besteht aus den männlichen und weiblichen Missionsarbeitern und ca. 70 Juden. Mit ähnlichem Erfolge arbeitet die schottische Judenmission der „Free Church" in Tiberias und Safed namentlich durch Hospital und Poliklinik. 1883 wurde mit Hilfe der englischen „Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Flüchtlinge" in Artuf, zwischen Jaffa und Jerusalem, eine kleine Ackerbaukolonie gegründet, aber die Verbindung rein humanitärer Bestrebungen dieser Gesellschaft mit den Missionsinteressen der London Jews Society erwies sich als unzweckmässig; leichter gestaltete sich «die Verwaltung des „Syrischen Kolonisationsfonds" in London, welche sich darauf beschränkt, arme Juden auf einem Gartengrundstück bei Jerusalem „Abrahams Weinberg" nützlich zu beschäftigen. (Vgl. d. gleichnam. Artikel in „Palästina" II (1903) S. 135—142.) Die Engländer treiben ausserdem mit dem gleichen Aufwände, aber mit noch geringerem Erfolge durch die seit 1851 in Palästina arbeitende „Church Missionary Society" die Araber-(Muhammedaner-)Mission. Diese „Kirchliche Missionsgesellschaft" besitzt in Jerusalem seit 1878 die St.-Paulskirche, mehrere Schulen für arabische Knaben und Mädchen, darunter die gehobene Gobatschule. Sie sind auch hier das Hauptarbeitsmittel. Im ganzen Lande unterhält die Gesellschaft 59 Schulen, in denen 1529 Knaben und 2074 Mädchen unterrichtet