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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 234

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Die christlichen Kirchen in Palästina
Date
1907-09-01
Page
Seite 234 (sequence 8)
Language
German
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— 234: — Kirchenpolitik das Land mit einem Netz von Klöstern und Schulen. Trotzdem erscheint es angesichts der mangelhaften Interessenvertretung Frankreichs wie angesichts der nationalen Regungen, welche die nichtfranzösichen Ordensleute bei ihren Regierungen Rückhalt suchen lassen, mehr wie fraglich, ob es gelingen wird, das traditionelle lateinische Protektorat über den Orient ungeschmälert zu erhalten bezw. zurückzugewinnen; ich verweise zu diesem Punkte auf die gut orientierenden Ausführungen in „Altneuland" — 1905 S. 28—30, 1906 S. 29—32. Italien, das im Anfang der 50 er Jahre fast ganz allein den Kampf für Rom in Palästina führte, wird kraftvoll vertreten durch die Patriarchatsmission, den Franziskanerorden und die Salesianer (Don Belloni); mit ihnen kann sich die Tätigkeit und Stellung der österreichischen und der deutschen Katholiken nicht messen. Wie das lateinische Frankreich die politische Lage in Palästina beurteilt, erhellt aus dem-Führer der Augustiner von Notre Dame de France „La Palestine" (1903): „Die beiden «influssreichsten Gemeinschaften, die seit vielen Jahren den Lateinern den Vorrang streitig machen, sind die Griechen und Armenier. Aber die eigentlichen Widersacher sind in Zukunft die Russen." (S. 30). „Der drohendste fremde Einfluss ist derjenige Russlands. Eine langsame aber sichere Politik bewirkt methodisch die Durchdringung des Landes durch sie." (S. 33). Die Eifersucht zwischen den Lateinern und Griechen entladet sich nicht selten in dem Streit um die Heiligtümer in Jerusalem und Bethlehem. Die Griechen berufen sich auf ihr natürliches Eigentumsrecht als Vertreter der orthodoxen Landeskirche und auf alte türkische Fermane; die Lateiner weisen dem gegenüber darauf hin, dass der Anspruch des Indigenats nur für den Landklerus, nicht für den massgebenden Teil hellenistischer Abkunft gelte, auch berufen sie sich auf ihre Franziskanerprivilegien aus der Kreuzfahrerzeit. III. Die protestantische Kirche ist in Palästiaa durch die Deutschen und durch die Engländer vertreten. Englische und nordamerikanische Sendboten von der London Society for promoting Christianity amongst the Jews bezw. von dem American Board of Commissioners for foreign Missions nehmen im Laufe der 20 er Jahre des vorigen Jahr-

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