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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 191

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Hilfsverein der deutschen Juden
Date
1907-06-01
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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— 191 — des Jahres 1906 eröffnet worden — wird im Schuljahr 1906/07 5200 Frcs. ausgegeben. Im ersten Kindergarten sind 100, im zweiten 110 und im dritten 90 Zöglinge. Davon sind 110 (36,6 %) Aschkenasim, 157 Sephardim, 13 Bucharer, 9 Jemeniten, 5 Marokkaner, 1 Perser und 2 Grusiner. Nach ihrem Alter gruppieren sie sich folgendermassen: 107 3—4jährige, 131 5—6jährige und 51 7—8jährige Zöglinge. Letztere bleiben nur bis Ostern im Kindergarten, um alsdann in die Unterklasse der Mädchenschule einzutreten. Die Knaben befinden sich noch immer in der Minderzahl; bloss 61 Knaben — -2,5% der Gesamtzahl — besuchen die 3 Anstalten. 85 Zöglinge besuchen die Kindergärten ganz unentgeltlich. Die Mädchenschule, hat zwei Klassen mit 83 Schülerinnen. Das Budget für dieselbe beträgt im Schuljahr 1906/7 1000 Frcs. Die Unterrichtssprache ist in den beiden untersten Klassen vorwiegend Hebräisch; doch sind in jeder Klasse je acht Stunden für den deutschen Unterricht angesetzt. Der beste Beweis dafür, dass die Schule einem notwendigen Bedürfnis entspricht, und dass ihr Lehrplan den Wünschen der Bevölkerung volle Rechnung trägt, ist die Tatsache, dass fast alle Zöglinge, mit alleiniger Ausnahme von Emigranten- und Waisenkindern, ein kleines Schulgeld entrichten. Die Kinder des zweiten Jahrganges lesen bereits im hebräischen Lesebuch mit Verständnis und machen auch schon hebräische Schreibübungen. Im Deutschen sind sie soweit gefördert, dass sie in ganzen Sätzen mit korrekter Aussprache antworten, die deutsche Druckschrift geläufig und lautrichtig lesen und kleine leichte Sätze in deutscher Schrift niederschreiben. Dem Verein zur Erziehung jüdischer Waisen inPalästina zu Frankfurt a. M., dem die Lämelschule untersteht, gewährte der Hilfsverein im Jahre 1906 eine Beihilfe von 500 Mk. Im Jahre 1907 subventionierte er die Lämelschule mit 5000 Mark. Die Simon Edler von Laemel-Schule ist die älteste jüdische Unterrichtsanstalt in Jerusalem, deren Gründung aus Europa erfolgt ist. Am 26. Juni sind es 50 Jahre geworden, seitdem der Dichter Ludw. August Frankl im Auftrage von Elise Herz von Lämel in Wien diese Schule eröffnet hat. Während eines Zeitraumes von mehr als 30 Jahren konnte jedoch, die Anstalt der ihr gestellten Autgabe nicht gerecht werden, weil die Zinsen des Stiftungskapitals von 50000 fl. bei weitem nicht hinreichten, um eine Unterrichtsanstalt im modernen Sinne zu unterhalten. Eine Änderung trat ein, als vor etwa 19 Jahren eine Verständigung zwischen dem Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Wien als Kuratorium der Lämel-Stiftung und dem deutschen Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina zustande kam, wodurch die Lämel-Schule in eine moderne Unterrichtsanstalt umgewandelt werden konnte. Im Jahre 1903 erhielt die Anstalt ein eigenes Schulgebäude. Zu den Baukosten haben ausser dem Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina auch die Jewish Colonization Association (70000 Frcs.) der Hilfsverein der Deutschen Juden und die israelitische Kultusgemeinde in Wien beigetragen. Neben dem Jahresbeitrag des Hilfsvereins von 5000 Mk., gewährt die Kultusgemeinde in Wien einen solchen von 2000 Kr. und die Wiener Allianz eine Jahressubvention von 3000 Kr. Die Lämel-Schule zählt rund 200 Zöglinge (120 Aschkenasim, 80

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