Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1907)
- Article
- Die christlichen Kirchen in Palästina
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 170 (sequence 8)
- Language
- German
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— 170 — zur Rechtgläubigkeit herangezogen und von dem Übertritt zu» den Lateinern abgehalten werden. Etappen auf dem Wege der russischen Politik waren die regelmässige Verbindung der russischen Dampfschiffahrtsgesellschaft vom Jahre 1857, die Errichtung des Konsulats in Jerusalem nach dem Krimkriege, die Gründung eines reich ausgestatteten Palästina-Komitees in Russland, die Reise seines Vorsitzenden, des Grossfürsten Konstantin, nach Palästina (1859),. und die Überschwemmung der heiligen Stätten mit russischen Pilgern. Waren es um 1S00 einige Zehner, so zählte man 1820 bereits 400, 1857 800, 1859 950 Pilger. Der Zuzug ist ständig gestiegen, ihre Zahl betrug von 1900 bis 1905 durchschnittlich 7000, steigerte sich auch wohl bis 10000, In den allerletzten Jahren haben die äusseren und inneren Verwickelungen Russlands der Pilgerbewegung naturgemäss Abbruch getan, im Frühjahr 1905 zählte man in Jerusalem nur 2—300O Russen, immerhin noch ebensoviel als die katholischen Christen des Abendlandes zusammen stellen (1904: 2460). Das bewährte Mittel der russischen Politik bezw. Mission heisst Bodengewinnung, das Wort in Territorialem und in geistigem Sinne genommen. Für beide Zwecke stellt die „Kaiserliche orthodoxe Palästina-Gesellschaft in Russland" reiche Mittel bereit. Sie ist heute die Seele der ganzen Aktion und verfolgt neben den wissenschaftlichen Forschungszwecken, die sie in eine Reihe mit dem „Deutschen Verein zur Erforschung Palästinas" und dem englischen „Palestine Exploration Fund" stellen, auch die eng verknüpften kirchlich-nationalen Interessen, indem sie Abteilungen für die Unterstützung der orthodoxen Pilger und für die Pflege des orthodoxen Glaubens im Lande unterhält. Unter den ca. 15000' Mitgliedern fehlen auch die allerhöchsten Kreise mit namhaften Gaben nicht. Mit Hülfe dieser Palästina-Gesellschaft hat Russland in wenigen Jahrzehnten einen riesigen Bodenbesitz im heiligen Lande erworben. Zunächst in Jerusalem. In den 60 er Jahren wurde der Grund zu dem „Russenbau" gelegt, der allmählich zu einer grossen Kolonie vor dem Jaffator herangewachsen ist; hier liegen Kathedrale, Wohnhäuser für die Beamten der geistlichen Mission, Spital und Apotheke, Konsulat und vier mächtige Hospize, die im ganzen 10 000 Pilger fassen sollen. 1859 wurde in der Altstadt südöstlich von der Grabeskirche