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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Die christlichen Kirchen in Palästina
Date
1907-06-01
Page
Seite 169 (sequence 7)
Language
German
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— 169 — der fremden Sprachen, von denen griechisch, arabisch und türkisch, französisch und englisch gelehrt wird, daneben soll sie eine Abteilung zur Vorbildung von Lehrern führen und dem drückenden Mangel an geschulten Lehrkräften abhelfen; sie zählt gegenwärtig an Internen und Externen 80 — 90 Schüler. Im ganzen haben von den 86 griechischen Gemeinden und Gemeindlein des Landes 59 ihre Schulen; an 43 Orten sind nur Knabenschulen, die im ganzen 2700—2800 Schüler mit ca. 100 Lehrern zählen, an 16 Orten sind neben den Knabenauch Mädchenschulen, die von über 1000 Mädchen besucht und von 35—40 Lehrerinnen verwaltet werden. Eine Besserung der Zustände scheint sich auch darin zu dokumentieren, dass die Kasse des heil. Grabes alljährlich über eine Einnahme von mehreren 100000 Frcs. verfügt, nicht bloss, wie Hitrowo sagte, verfügen sollte. Jenem grossartigen Versickern scheint also durch eine geordnetere Verwaltung der Boden entzogen zu sein. Die Grabeskasse steht nicht unter der Kontrolle des Patriarchen, sondern sie liegt in den Händen einer dreigliedrigen Klerikerkommission, welche die grossen Überschüsse nach ihrem Ermessen zu rentablen Anlagen verwendet. So sind aus diesen Mitteln durch den gegenwärtigen Grabeshüter der neue Basar neben der protestantischen Erlöserkirche, eine lange Reihe Kaufläden vor dem Jaffator und der grosse Basar in Jaffa hergestellt; gegenwärtig ist neben dem Neuen Tor in Jerusalem abermals eine Reihe ansehnlicher Verkaufsstände im Entstehen begriffen. Für die lohnendste Verzinsung dieser Kapitalien, die Menschenbildung, scheint allerdings das Verständnis zu fehlen. Russland pflegt seit Ausgang der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts langsam aber planmässig und mit steigendem Erfolge die Beziehungen zum heiligen Lande. Dabei verknüpfen sich mit den kirchlichen politische Interessen; der Gedanke, die Vorherrschaft, die einst Konstantinopel über den christlichen Orient ausübte, mit der russischen Krone d. i. mit dem Zaren zu verbinden, führte zu einer Politik der Sammlung aller ausserrussischen orthodoxen Elemente. Dass Russland dabei geschickt die Achillesfersen der griechischen Landeskirche auszunutzen wusste, zeigen der zweite und dritte Programmpunkt der ersten geistlichen Mission vom Jahre 1847: Es sollte ein bildender, das Ansehen erhöhender Einfluss auf die griechische Geistlichkeit ausgeübt werden, und es sollten die eingeborenen Araber

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