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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Die christlichen Kirchen in Palästina
Date
1907-06-01
Page
Seite 168 (sequence 6)
Language
German
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— 168 — Zeremonien auf; Lebensäusserungen wissenschaftlicher oder kultureller Art sind höchst spärlich. Das ganze Klosterwesen untersteht dem Patriarchen. So wenig aber auch die Klöster der geistigen Hebung des Volkes dienen, so muss doch anerkannt werden, dass sich der Patriarch neuerdings diese Hebung auf andere Weise, nämlich durch die Gründung von Schulen, angelegen sein lässt. Hitrowo berichtet in seinem Buche, dass er 1880 den ganzen Patriarchatsbezirk bereist und ausser in Jerusalem an keinem Orte eine orthodoxe Schule gefunden habe; auf 82 lateinische und protestantische Schulen bei einer Gesamtzahl von 13 000 Lateinern und Protestanten seien nur 2 orthodoxe Volksschulen bei einer Gesamtzahl von 26000 Orthodoxen gekommen. Wenn wir auch die Verantwortung für diese Angaben dem Berichterstatter überlassen müssen, so steht doch jedenfalls fest, dass die Schulgründungen des schon erwähnten Kyrillos (1845—1861) — er gründete neben der geistlichen Schule im Kreuzkloster bei Jerusalem 24 Volksschulen — wieder zurückgegangen sind und erst in allerjüngster Zeit ihre Fortsetzung gefunden haben. Dabei sind die Motive damals und heute zum Teil ganz dieselben und entspringen dem Bestreben,, dem Schulgründungsstreben der Lateiner und Protestanten — heute ist die Tätigkeit der Russen hinzugekommen — zu begegnen und dem Verlust des Nachwuchses an die fremden Konfessionsschulen Einhalt zu tun. Aber die griechische Kirche dürfte heute auch, wiewohl erst spät, ohne weiteres die Wichtigkeit einer guten Elementarbildung für Palästina begriffen haben. Daher hat der jetzige Direktor der Tagschule in Jerusalem vor wenigen Jahren das deutsche Schulwesen in der Schweiz studiert und nach schweizerischem Muster die Reorganisation der Jerusalemer Schule eingeleitet. Daher hat das Patriarchat im Jahre 1903 einen umfassenden Lehrplam (162 Druckseiten) für alle Schulen herausgegeben, von der Kleinkinderschule an, deren erste vor ein paar Jahren in Jerusalem als Konkurrenzgründung gegen die deutsch-protestantische ins Leben gerufen wurde, über die verschiedenklassigen Volksschulen bis hin zur höheren Bürgerschule. Daher hat sich' endlich der Plan einer Handelsschulgrühdung in Jaffa, von dem der Patriarch mir im Frühjahr 1905 sprach, wider Erwarten bereits im vergangenen Jahre (1906) erfüllt. Die Handelsschule legt, ihrem Zweck entsprechend, den Nachdruck auf den Betrieb

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