Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1907)
- Article
- Die Industrien Palästinas
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 161 (sequence 13)
- Language
- German
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— 161 — eignet sich zum Teil vorzüglich für diese Fabrikation, die schon im Lande einen stetig steigenden Markt findet. Die Billigkeit von Eiern in manchen Teilen des Landes und die Vorzüglichkeit mancher Gemüsearten, eröffnet gute Aussichten für Eier- Makkaroni und Gemüse-Pasten. Wir kommen nunmehr zu einer besonderen Form industrieller Betätigung und zwar den auf Förderung der Gewerbetätigkeit hinzielenden schulmässigen Institutionen. Die erste jüdische Anstalt dieser Art war die Gewerbeschule der Alliance-Israelite in Jerusalem. Hier wurde Holzschnitzerei und Möbeltischlerei, Schmiede- und Klempner- Arbeiten, sowie Weberei gelehrt. Das Ziel der Schule war aber weniger darauf gerichtet, die Industrie in Palästina zu entwickeln als vielmehr darauf, ihren Zöglingen das Fortkommen irgendwo zu erleichtern. Diese Tendenz der Schule hat denn auch — zusammen mit dem dort gebotenen französischen Unterricht in der Hauptsache den Erfolg gehabt, dass zahlreichen jungen Leuten die Auswanderung nach Ägypten, Frankreich, Algier etc. erleichtert wurde. Einen ausgesprochen palästinensischen Charakter hat dagegen die im Anfang des Jahres 1906 in Jerusalem gegründete Kunstgewerbeschule „Bezalel*4 des Professor Schatz. Die hier zunächst hauptsächlich in Angriff genommene Industrie ist die Teppichweberei, mittels deren man hofft einem wesentlichen Teil der bisher unproduktiven jüdischen Elemente zu lohnendem Erwerb zu verhelfen. Speziell meint man auch durch Einführung dieser Industrie den jüdischen Kolonisten (auch deren Frauen und Kindern) einen geeigneten Nebenerwerb zu schaffen und damit auch die jüdische Ackerbau-Kolonisation im Lande auf eine gesündere Basis zu stellen. Wir haben oben bei Erwähnung der Steinhauerei schon gezeigt, dass „Bezalel" auch anderen Industrien sein Interesse zuwendet und es steht zu hoffen, dass die wirtschaftlichen Wirkungen dieses Instituts sich bald fühlbar machen werden. Ein interessanter Beitrag zu der Frage, wie das Chalukah- Element Palästinas in ein wirtschaftlich produktives verwandelt werden kann, wird von der Jaffaer Handwerkerschule „Beth- Melachah" geboten. Diese im Sommer 1906 aus den Kreisen der Jaffaer Orthodoxie (Schomdre Thora) hervorgegangene Gründung bezweckt denjenigen Kindern, von denen eine übermässige talmudische Gelehrsamkeit nicht zu erwarten steht, eine