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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Die Industrien Palästinas
Date
1907-06-01
Page
Seite 160 (sequence 12)
Language
German
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— 160 — Dieselben Fabriken haben auch die Pflanzung von Rhicinus in verschiedenen jüdischen Kolonien angeregt und dürften sich künftig auch mit weiteren einschlägigen Fabrikaten befassen. In geringem Umfange werden auch an mehreren Stellen im Lande ätherische Öle gewonnen; so in Jaffa und in der jüdischen Kolonie Artuf. Von den verschiedenen T e x t i 1- Projekten ist bis zurzeit von jüdischer Seite noch nichts durchgeführt worden, jedoch wird bereits an der Installation einer Wollwäscherei in Rischon gearbeitet. Ganz möglich, dass die Gründung auch das Zustandekommen der längst geplanten Spinnerei und Weberei beschleunigen wird.*) Die mechanische Werk statte und Eisengiesserei.von Stein in Jaffa ist das älteste und zurzeit wohl noch das grösste jüdisch-industrielle Unternehmen im Lande. Diese Fabrik beschäftigt etwa 70 Arbeiter und hat einen wesentlichen Teil aller maschinellen Einrichtungen Süd-Palästinas hergestellt, resp. vom Ausland bezogen. Die Fabrik gehört einer Aktiengesellschaft, die beträchtliche Dividenden zahlt. Neben derStein'schen sind noch einige kleinere mechanische Werkstätten in jüdischen Händen. Von kleineren jüdischen Industrie-Unternehmungen, die teils dem Umfang nach nicht eigentlich Industrien genannt werden können, teils sich erst im Anfangsstadium befinden, sind zu nennen: eine Korkpfropfenfabrik in Jaffa, „ kürzlich begründete Schuhwarenfabrik, t) Fabrik für Dachpappe und Dachleinen, „ „ „ Eisenbettstellen und Eisenmöbel, „ Eisfabrik (Roheis). Ausserdem werden in ganz kleinen Betrieben hergestellt:. Konfitüren, Geldschränke und Makkaroni. Die Makkaroni-Fabrikation scheint besonders ausdehnungsfähig und aussichtsreich. Der von Palästina exportierte Weizen *) im Anschluß an die Entwickelung solcher Industrien wird Künftig vielleicht auch an die Einführung gewisser Spezialitäten der Konfektionsbranche gedacht werden können. Zurzeit verhindern die Schleuderpreise, zu denen hauptsächlich öster* reichisches, vorjähriges Fabrikat im Orient verkauft wird, das Aufkommen derartiger ludustrien. Der Arbeitslohn spielt auch in der europäischen Fabrikation gegenüber dem Material eine zu geringe Rolle, als daß ausländisches Material mit Vorteil in Palästina verarbeitet werden könnte.

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