Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1907)
- Article
- Die Industrien Palästinas
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 162 (sequence 14)
- Language
- German
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— 162 — handwerksmässige Ausbildung zu geben, die ihnen zu wirtschaftlicher Selbständigkeit verhelfen soll. Vorerst wurde Eisenarbeit in Angriff genommen. Bisher sind einfache Schlösser, Riegel und ähnliche Arbeiten aus dem Institut hervorgegangen, daneben auch kleinere eiserne Klapp-Möbel und recht hübsch gearbeitete Hämmer. Ausser dem direkten Handwerks-Unterricht haben die Kinder auch Kurse im Zeichnen, Rechnen, Physik etc., woneben auch das Talmudstudium einige Stunden des Tages in Anspruch nimmt. — Die Schule, der vorerst nur sehr spärliche Mittel zur Verfügung stehen,, beabsichtigt eine Fabrik kleiner Eisenwaren zu etablieren, in der die Schüler auch nach dem Verlassen der Schule Verdienst finden können. Das Institut verdient speziell die volle Sympathie derjenigen Kreise unter den Chalukah-Spendern, die in der Einseitigkeit des Talmud-Studiums der palästinensischen Schnorr-Existenzen im besten Falle ein notwendiges Übel sehen, und die zu einer gesünderen Fortentwickelung der orthodoxen Judenschaft des heiligen Landes die Hand bieten möchten. Schliesslich sei hier noch ein industrielles Unternehmen erwähnt, das speziell vom Standpunkt gewollter industrieller Kolonisation von Interesse ist Ende 1906 wurde in Jaffa eine Fabrik für Klein-Möbel und kleine Holz- Gegenstände kunstgewerblicher Art begründet. Der massgebende Gesichtspunkt bei der Begründung war die Schaffung von Arbeitsgelegenheit für jüdische Handwerker und Berufslose. Dieser Zweck wurde soweit erfüllt, dass schon in den ersten fünf Monaten durchschnittlich an dreissig Leute beider Kategorien Beschäftigung fanden. Hierbei wurde auch die Probe auf das Exempel von der verhältnismässigen Leichtigkeit und den geringen Kosten industrieller Kolonisation gemacht. Ungelernte Arbeiter wurden in Stand gesetzt, vom ersten Tage an bei gänzlich ungewohnter Arbeit ihr Brot zu verdienen, und das Gesamt-Kapital des Unternehmens reicht noch bei weitem nicht an die Installations-Kosten auch nur eines landwirtschaftlichen Kolonisten heran. — Nebenwirkungen dieser industriellen Neugründung sind auch eine unverkennbare Hebung des Sinnes für geschmackvolle Wohnungs-Einrichtung, und das Verschwinden der Arbeitslosigkeit im jüdischen Tischlergewerbe Jaffas und Palästinas. Die Hauptschwierigkeit ist die Beschaffung tüchtiger Arbeitskräfte. Hier wie auch bei anderen Gelegen-