Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1907)
- Article
- Die Industrien Palästinas
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 159 (sequence 11)
- Language
- German
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— 159 — Verschiedene Mühlenbesitzer lassen zurzeit ihre Maschinen auf das neue System abändern. In Bezug auf die Wein- und Kognac-Fabrikation ist schon häufig der Produktion durch die jüdischen Kolonien Erwähnung getan worden. Einige nähere Angaben über diese grösste aller jüdischen Industrien im Lande dürften hier willkommen sein. Die von Baron Rothschild angelegten Kellereien von Rischon le Zion, die mit den modernsten Maschinerien — in manchen Beziehungen sogar überreich — ausgestattet sind, bieten 100000 Hektolitern Platz. Die Kellereien stehen jetzt unter der Kontrolle der Kolonisten selbst. Die verschiedenen weinbauenden Kolonien Judäas haben ein Arrangement getroffen, wonach nur folgende Quantitäten Trauben von jeder Kolonie in den Kellern von Rischon und Sichron - Jakob zur Verarbeitung kommen dürfen: Von Rischon 9000 Kantar M Rechowoth 5500 „ „ Sichron 5000 „ „ Katra 1750 „ „ Petach-Tikwah 1600 „ „ Wad el Chanin 500 „ Hierzu ist zu bemerken, dass der Kantar Trauben (288 kg) etwa 2 Hektolitern 11 grädigen Weins gleichgerechnet wird. Die Kolonie Katra liefert auch ihr Quantum nicht in Trauben (wobei wegen des weiten Transports viel verlorengehen würde), sondern in Alkohol (21 Liter 100 grädigen aus 1 Kantar Trauben). Das Fassungsvermögen des Rischoner Kellers beträgt an 100000 Hektoliter. Der mangelnde Absatz des Produkts hat aber eine wesentliche Einschränkung der Produktion notwendig gemacht. Trotzdem repräsentieren die oben genannten Ziffern nicht die ganze jüdische Weinproduktion, da in verschiedenen Kolonien im Laufe der letzten Jahre mehrere kleinere Kellereien errichtet worden sind. Die Ölextraktion und die Herstellung von Olivenöl-Seife. Diesem bisher nur von Arabern im Kleinbetrieb ausgeübten Fabrikationszweige haben sich neuerdings jüdische Kapitalisten zugewendet, und es bestehen zurzeit schon 3 grössere Fabriken (bei Lydda, bei Haifa und bei Jerusalem), die im wesentlichen nicht Oliven, sondern die Pressrückstände der arabischen Betriebe auf Öl verarbeiten.