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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 158

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Die Industrien Palästinas
Date
1907-06-01
Page
Seite 158 (sequence 10)
Language
German
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— 158 — Meierei-Industrie (Butter und Käse), meist in christlichen Händen, Bereitung von Öl und Seifensiedereien Seidenraupenzucht Textil- und Leder-Industrien: Woll-, ßaumwoll- und Seiden-Spinnerei und Weberei Färberei (speziell Blaufärberei) Fabrikation von Abayes (arabische Mäntel) und Keffiyes (eine Art Schleiertuch, das zum Schutz gegen die Sonne über den Kopf oder über den Hut fallend, getragen wird) Gerberei und Lederfärberei Schuhfabrikation Herstellung von Wasserschläuchen (aus ganzen Tierfellen) Verschiedene Industrien: Glasindustrie (in Hebron) Perlmutterwaren - Industrie (Bethlehem — meist religiösen Charakters) Olivenholz-Industrie (Jerusalemer Christen) über die jüdische Industrie siehe weiter unten). In jüdischen Händen befinden sich die nachstehenden Unternehmungen: Von Montan- und Mineral-Industrien nur die Steinhauerei. Schon seit längerer Zeit waren Juden in diesem Gewerbe beschäftigt (speziell yemenitische Juden in dem „ Abraham's Weinberg" genannten englisch-christlichen Institut bei Jerusalem aber erst neuerdings wurde seitens der Kunstgewerbeschule „Bezalel" (Jerusalem) eine Anzahl von Arbeitern in diesem Berufe ausgebildet, und alle Anzeichen sprechen dafür, dass in kurzer Zeit jüdische Arbeitskräfte in weit höherem Masse als bisher bei der gerade in Jerusalem ziemlich beträchtlichen jüdischen Bautätigkeit Verdienst finden werden. In der Mühlen-Industrie sind die Juden ziemlich gut vertreten* Man findet jüdische Mühlen in Jaffa und in Jerusalem und an vielen anderen Orten des Landes. Eine der Jerusalemer jüdischen Mühlen ist sogar die grösste im Lande. Es ist ein noch neues Unternehmen, das bereits mit einer Sauggas-Anlage (über 70 Pferdestärken) arbeitet. Durch die Sauggas-Motoren — für Palästina noch eine Neuheit — haben neu anzulegende Mühlen einen wesentlichen Vorteil über die bestehenden, von denen die meisten nur durch Petroleum-Motore getrieben werden, deren Material-Verbrauch etwa dreimal so teuer ist.

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