Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1907)
- Article
- Die praktische Arbeit in Palästina in den letzten zwei Jahren
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 145 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379797-2379802-2381423--01061-2381511- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 145 — letzten Jahre zu Juden (in Kompagnie mit Arabern) überging, dank dem ausgedehnten Kredit, den sie von der Anglo Palästina-Bank erhalten. Versuche im Getreidehandel, Export und Import-Kommissionsgeschäft hatten wenig Erfolg. Industrie. Ein beachtenswerter Fortschritt ist auf dem Gebiete der jüdischen Industrie zu bemerken* 1. Die Schlosserei- und Maschinenfabrik der Aktiengesellschaft Stein & Co. hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens den Betrieb zwei- und dreifach vergrössert. Jetzt arbeiten dort 70 Arbeiter, lauter Juden. Bereits das zweite Jahr zahlte die Fabrik 20°/0 Dividende und man erwartet eine noch glänzendere Zukunft. 2. Ein neues Produkt der Einwanderung sind die industriellen Unternehmungen des „Atid".. Die Oelfabrik in Lud arbeitet das zweite Jahr und beschäftigt im Laufe von 4—5 Monaten 15 Arbeiter. Sie machte Beth Arif zum Zentruni einer neuen Ansiedlung. Auch ist dort der Bau einer Seifenfabrik beabsichtigt. Aber hauptsächlich wirkt der „Atid" in Kaifa. In der Oel- und Seifenfabrik arbeiten einige und dreissig Arbeiter und in den Schlossereien, deren Gebäude bald fertig sein werden, werden etwa 50 Arbeiter beschäftigt sein. Ueberhaupt wirkt der „Atid" günstig auf die neue Ansiedlung in Kaifa durch die vielen intelligenten und tüchtigen Kräfte. Man nennt auch deshalb Kaifa die „Zukunftsstadt". 3. In Jerusalem nimmt den ersten Platz die grosse Mühle der Gesellschaft „Serubabel" ein. 20 jüdische Arbeiter sind dort beschäftigt. Der dortige Gas-Generator hat die meisten Pferdekräfte (75 P.S.) in Palästina. Nächstens wird auch die Oel- und Seifenfabrik in Ein Adomim (zwischen Moza und Jerusalem) ihre Tätigkeit beginnen. (Gegründet von einer Pariser Gesellschaft durch Herrn Klimker). <i. Ein kleines industrielles Zentrum entsteht in Rischon l'Zion. Seit drei Jahren besteht dort eine Fabrik des Herrn Klimker zur Verarbeitung der Weinabfälle. In letzter Zeit haben dort Kaufleute aus Lodz, vorläufig versuchsweise, eine Wollwäscherei eröffnet. 5. In Jaffa baut ein Jude eine kleine Dachpappenfabrik. Es giebt eine Anzahl durchgearbeiteter Projekte und genauer Berechnungen von verschiedenen Fabriken zur Bearbeitung der im Lande vorhandenen Rohmaterialien. In diesen Fabriken könnte man viele hunderttausende Frcs. hineinlegen und einige hundert oder tausend Arbeiter beschäftigen.