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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 144

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Die praktische Arbeit in Palästina in den letzten zwei Jahren
Date
1907-06-01
Page
Seite 144 (sequence 4)
Language
German
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— 144 — 2. In Kaifa vereinigten sich 10 Familien, um am Fusse des Karmels ein jüdisches Viertel zu bauen. Drei Einheimische kauften Bauplätze an der Eisenbahn. Einige Touristen wünschten, in der Stadt und an der Spitze des Karmels Bauplätze zu erwerben und Hessen auch zu diesem Zwecke Geld zurück. Allein vorläufig wurde bloss ein kleiner Platz gekauft, während der Preis für die Bauplätze von Tag zu Tag steigt (im letzten Jahre um 20%!). 3. In Jaffa kaufte ein Einheimischer einen Bauplatz von 12 000 Quadrat-Ellen. Ein neu Angekommener kaufte einen Platz mit 14 Wohnungen und einem kleinen Pardess von einem Deutschen. Von den bucharischen Juden kaufte einer ein Haus und ein anderer einen Platz. Die Anglo-Pal.-Bank schliesst jetzt den Kauf einiger Hektare am Strande ausserhalb der Stadt ab. Auf folgenden Zustand von besonderem Interresse sei hier hingewiesen: Alle Häuser und Geschäftslokale in der europäischen Strasse im Zentrum der Stadt gehören zwei Christen. Nun will ein Christ eine halbe Strasse verkaufen: 20 Wohnungen, 40 Läden und einen Platz für 10 Wohnungen und 20 Läden. Voriges Jahr war der Preis etwa 500 000 Frcs.; in diesem Jahre erhöhte er den Mietspreis um 20%; nun verlangt er für die halbe Strasse 3/4 Million trcs. Jetzt baut ein Jude Wohnungen und Läden auf dem erwähnten freien Platze; er legt 80000 Frcs. an und wird die Miete in den ersten 15 Jahren erhalten: nachher verbleibt alles dem Araber. So bauen die Juden selbst Häuser und Läden für die Araber. In letzter Zeit bildete sich ein Verein von 60 Personen, um in Jaffa ein neues jüdisches Viertel in europäischem Stil zu bauen. Sie legen 100000 Franc hinein und bemühen sich, eine Anleihe von 300000 Francs auf 18jährige Abzahlung zu bekommen. Der Handel. Der Grosshandel ist noch vorwiegend in den Händen der Mohammedaner und der Christen, wenn auch in den letzten zehn Jahren einige Juden im Handel eine höhere Stellung errungen haben. Seitens der letztens Eingewanderten kamen hinzu 20 kleine Läden in Jaffa, ebenso in Jerusalem und einige in Kaifa und Beirut. Im letzten Monat wurde in Damaskus von einem russischen Einwanderer ein grosses Kolonial Warengeschäft eröffnet. Hervorzuheben ist der Holzhandel, der im

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