Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Der Nahr el Audsche
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 134 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379797-2379801-2381360--01033-2381406- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 134 — Die Quelle des Nahr el Audsche liegt 26 Meter, die Gärten von Jaffa durch' •schnittlich 10—13 Meter über dem Meeresspiegel. Da das fiauptreservoir ein wenig -erhöht liegen sollte, würde der nutzbare Niveau - Unterschied nur 8—10 Meter •betragen können. Obwohl gegenwärtig für die Bewässerung der Gärten nur ein Quantum von 600 Litern per Sekunde verbraucht wird, meint man doch, daß man mit Rücksicht auf die künftige Entwicklung, die Verluste und die Bewässerung noch anderer Gärten, wie diejenigen der Rothschild-Kolonie, Rischon le Zion, 2000 Liter dafür wird brauchen müssen. Es blieben dem Fluß also für die Versorgung der Stadt und für die motorischen Kräfte 8000 Liter per Sekunde. Man sieht, daß eine große Kraft nicht übrig bleibt, besonders da man auch diese Ziffer noch reduzieren muß, weil man dem Flusse nicht alles Wasser nehmen kann. Was würde das Unternehmen kosten? Herr Franghia schätzt einschließlich der Kosten eines Aquädukts von einem Punkte nahe der Quelle aus, via Mulebbis nach Salameh oberhalb der Gärten,x) der Kosten für Maschinerie, für die kleinen Kanäle in den Gärten, für Röhren und Abzweigungen zuzüglich 10°/0 für Unvorhergesehenes auf 2110 000 Francs. Rechnet man hierzu noch 20 °/0 für Emissionskosten und Kapitalzinsen während des Baues, so gelangt man zu einer Totalsumme von 2l/2 Millionen Francs. Würde dieses Kapital einen genügenden Ertrag bringen? Das Wasser stelk sich im Garten auf 12 cts. per cbm. Man kann sich danach die Bewässerungskosten eines Hektars ausrechnen, der per Tag ein Wasserquantum von 92 cbm., d. h. per Jahr 33120, oder per Halbjahr 16 560 cbm. erfordert Herr Franghia hofft 400 Gärten ä 600 Francs und weitere 400 Gärten ä 800 Francs bewässern zu können, das sind 240 000 und 320 000 Francs. Dazu kommt ein Ertrag von 364000 Francs durch die Errichtung motorischer Kräfte, aber diese Summe soll wegen der Kosten, die ein solches Unternehmen mit sich bringen -würde, nur so nebenher erwähnt werden. Wenn man die beiden letzten Summen, die für die motorischen Kräfte und die für die noch nicht vorhandenen Gärten beiseite läßt und die Betriebskosten auf 40 000 Francs schätzt, so gelangt man durch die Bewässerung allein zu einer Brutto*Einnahme von 200 000 Francs, bei einem Anlage-Kapital von 2 500 000 Francs, was eine Verzinsung von 8% bedeutet Aber man muß mit viel Unvorhergesehenem rechnen, besonders was die Enteignungen betrifft, die bei den syrischen Eisenbahnen so viele Schwierigkeiten •gemacht haben. Es ist klar, daß die Orangengärten die Bewässerungskosten sehr gut werden tragen können, denn sie erzielen jetzt trotz der viel größeren Kosten in manchen Jahren glänzende Resultate. Die Vorteile dieses Projektes sind einleuchtend, denn sie werden den Jaffaer Gärten zu größerer Ausdehnung verhelfen. Aber man wird einwenden, daß diese "Vermehrung der Gärten zu einer Vermehrung des Produkts und damit zu einem Preissturz führen wird. Bis jetzt ist das nicht der Fall gewesen, ganz im Gegenteil. Die Zahl der Gärten hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt, trotzdem ist der Preis der Orangen seitdem um ein Drittel gestiegen. Man kann darauf antworten, daß das leicht erklärlich ist, weil bis jetzt Jaffa das einzige Land war, das so schöne Früchte von so schönem Ansehen, so köstlichem Geschmacke und -dabei von so großer Haltbarkeit erzeugte. Aber seit einigen Jahren gibt es in i) 17000 Meter ä 90 Francs. Siehe Plan des Palestine Exploration Fund. Foreign Office Miscellanous Series, p. 7. (Dicke 28 cm, Durchmesser 1,80 Meter).